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Schweiz Schule

Künstliche Intelligenz kommt in den Sprachunterricht, reicht aber nicht

Für Schweizer Lehrpersonen bleiben Chatbots und Übersetzungsprogramme eine Ergänzung. Aktives Wortschatzlernen und der Austausch zwischen Menschen lassen sich nicht delegieren.

von Redazione 16. August 2026 2 Min. Lesezeit

Der Sprachunterricht an Schweizer Schulen verändert sich mit der künstlichen Intelligenz. Die Lehrpersonen betrachten sie jedoch als Ergänzung und nicht als Ersatz: Der technische Fortschritt entbindet die Schülerinnen und Schüler nicht davon, Wortschatz zu lernen.

Die KI wird im Unterricht inzwischen eingesetzt, wo immer es möglich ist, sagte Beat Schwendimann vom Deutschschweizer Lehrerinnen- und Lehrerverband LCH gegenüber Keystone-SDA. Viele Lehrpersonen berücksichtigen sie bereits bei der Vorbereitung, ergänzt Lucius Hartmann vom Verein Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer. Auch die Beurteilung verschiebt sich: Laut Jörg Berger vom Deutschschweizer Schulleitungsverband Visenti zählt zunehmend der Prozess, in dem eine Arbeit entsteht, nicht allein das Endergebnis.

Was die Maschine nicht leistet

Schwendimann ist überzeugt, dass die KI die grundlegenden Lernprozesse nicht ersetzen kann. Wer eine Sprache wirklich beherrschen will, muss den eigenen Wortschatz aktiv aufbauen. Die Motivation der Lernenden, Grammatikformen und Vokabular gründlich zu erarbeiten, hat allerdings abgenommen.

Für Berger liegt die Antwort nicht im Verbot der Technik, sondern in ihrer Verbindung mit soliden Sprachkenntnissen. Hartmann hält es angesichts der wachsenden Anforderungen an die Lehrpersonen für umso wichtiger, den Schülerinnen und Schülern den überlegten Umgang mit Übersetzungshilfen und anderen digitalen Ressourcen beizubringen.

Berger räumt ein, dass die Möglichkeiten zu schummeln zugenommen haben. Das zeige allerdings den beschränkten Wert von Aufgaben, die sich allein durch Übersetzen lösen lassen. Der Schwerpunkt verlagert sich damit auf das, was sich der Technik nicht übertragen lässt: argumentieren, spontan kommunizieren, eine sprachliche Wahl begründen, gemeinsam Probleme lösen.

Es gibt auch einen Gewinn. Laut Hartmann brauchte es früher viel Unterrichtszeit, um zu einem oberflächlichen Verständnis eines Textes zu gelangen. Heute erschliesst sich derselbe Text schneller und tiefer, was die Fremdsprachenkompetenz ohne übermässigen Aufwand verbessert. Beim Lesen hilft der unmittelbare Zugriff auf die Erklärung eines Begriffs oder auf die richtige Aussprache, während Chatbots nahezu unbegrenzte Gesprächsgelegenheiten bieten, mit Rollenspielen und Rückmeldungen als Ergänzung zum Unterricht. Sowohl Lernende als auch Lehrpersonen können davon profitieren, etwa beim Erstellen personalisierter, auf die Interessen der Klasse zugeschnittener Angebote.

Bleiben Inspiration und Empathie, die für Schwendimann in einem wirksamen Unterricht entscheidend sind und den Austausch zwischen Menschen voraussetzen. Auch virtuelle Sprachtandems wie die App Talkpal können sie nicht ersetzen.

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