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Kanton Kantonale Wahlen

Tessiner Grünliberale treten bei den Kantonalwahlen im April allein an

Die Partei, seit 2023 im Grossen Rat vertreten, tritt mit einer eigenen Liste für die Regierung an und will Kandidierendenzahl und Wähleranteil deutlich steigern. Die neue Ausrichtung betont die Distanz zu den Grünen in Finanz- und Staatsfragen.

von Gottardo 17. September 2026 2 Min. Lesezeit

Die Grünliberale Partei Tessin hat beschlossen, bei den Kantonalwahlen im April eigenständig anzutreten, mit einer eigenen Liste für die Regierung und dem Ziel, bis zu 90 Kandidierende für den Grossen Rat aufzustellen – gegenüber 37 im Jahr 2023. Das gab die Versammlung vom Samstag in Bellinzona bekannt, die mit Kritik am scheidenden Staatsrat Claudio Zali und an der gesamten Regierung eröffnet wurde, der man vorwirft, nicht strategisch zu arbeiten.

Die Partei zog vor drei Jahren erstmals mit zwei Sitzen in den Grossen Rat ein, vertreten durch Sara Beretta Piccoli und Massimo Mobiglia. Parteipräsident Leandro De Angelis sprach von "einem Moment des Umbruchs" ("Siamo in un momento di rottura"), in dem die Menschen nach einer Alternative suchten. Erklärtes Ziel ist es, sich dem national erreichten Wert von 8 Prozent anzunähern; als Referenz dient der Wert von 12 Prozent in Zürich, wo die Bewegung vor knapp zwanzig Jahren entstanden ist. Ausgangspunkt im Tessin bleibt jedoch das Ergebnis von 1,6 Prozent aus dem Jahr 2023.

Das Programm nennt drei Schwerpunkte: den demografischen Wandel, die Kaufkraft und die Energiewende.

Die Abgrenzung von den Grünen

Ein grosser Teil der Versammlung war der Abgrenzung von den Grünen gewidmet, mit denen die Partei mitunter verwechselt wird. De Angelis sagte gegenüber RSI: "C'è ancora gente che ci crede parte dei Verdi o una specie di spin-off derivato da essi, ma non è assolutamente così" (Es gibt immer noch Leute, die glauben, wir seien Teil der Grünen oder eine Art Ableger von ihnen, aber das stimmt absolut nicht). Mit den Umweltparteien gebe es weitgehend Einigkeit bei Umweltthemen, deutlich weniger bei den öffentlichen Finanzen und der Rolle des Staates – ein Feld, auf dem die Partei einen liberaleren Ansatz beansprucht.

Dieselbe Unterscheidung zeigt sich im neuen Logo, das die Begriffe "liberal" und "progressiv" hervorhebt. "Si può essere progressisti senza essere socialisti e si può essere liberali rimanendo un partito progressista" (Man kann progressiv sein, ohne sozialistisch zu sein, und man kann liberal sein und dabei eine progressive Partei bleiben), sagte De Angelis. Offen bleibt, ob sich diese Positionierung zwischen Umweltanliegen und schlankem Staat im Wahlkampf in konkreten Vorschlägen zu Kantonsausgaben und Steuern niederschlagen wird.

Der Präsident räumte schliesslich ein, dass die Parteiorganisation vor Ort in der Vergangenheit "un po' troppo macchinoso" (etwas zu umständlich) gewesen sei, und nannte eine stärkere Präsenz in den Regionen als Ziel der neuen Phase.

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