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Welt Diplomatie

Die BRICS-Staaten fordern mehr Gewicht bei globalen Entscheidungen

Am Gipfeltreffen in Neu-Delhi forderten die Staats- und Regierungschefs der Gruppe eine grössere Rolle des globalen Südens bei internationalen Entscheidungen. Die Gespräche drehten sich auch um die Lage im Nahen Osten.

von Redazione 13. September 2026 3 Min. Lesezeit

In Neu-Delhi hat der Gipfel der BRICS-Staaten begonnen. Der indische Premierminister Narendra Modi versammelte Staats- und Regierungschefs, die selten gemeinsam am selben Tisch sitzen: den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und den iranischen Staatschef Masoud Pezeshkian.

In seiner Eröffnungsrede prangerte Modi das Ungleichgewicht zwischen dem politischen und dem entscheidungsbezogenen Gewicht der Länder des globalen Südens an. Er sagte, diese Länder stünden heute in vorderster Reihe, wenn Krisen ausbrechen, blieben aber am Rand, wenn es um Entscheidungen gehe. Er forderte, das zu überwinden, was er eine Pyramide der Privilegien nannte, und stattdessen eine Plattform aufzubauen, auf der jede Nation Gehör finde.

Der Nahe Osten im Zentrum der Gespräche

Ein grosser Teil des Tages war der Lage im Nahen Osten gewidmet. Xi Jinping rief die BRICS-Staaten dazu auf, eine vermittelnde Rolle im Konflikt zu übernehmen, und sicherte die Bereitschaft Pekings zu, mit den anderen Mitgliedern zusammenzuarbeiten. Der chinesische Präsident begründete diesen Appell damit, dass der Krieg nicht den gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft diene.

Die Staats- und Regierungschefs verabschiedeten anschliessend einstimmig die Erklärung von Neu-Delhi, die zu Zurückhaltung und einer Rückkehr zum Dialog aufruft, um eine weitere militärische Eskalation zu verhindern. Eine gemeinsame Haltung zu finden, ist keine Selbstverständlichkeit: Die Gruppe umfasst heute auch Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, Länder mit sehr unterschiedlichen Beziehungen untereinander und zu den westlichen Mächten.

Modi schlug zudem vor, die praktische Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern zu verstärken, etwa bei der maritimen Sicherheit und der Unterstützung von Arbeitnehmenden in der Schifffahrtsbranche. Erklärtes Ziel ist es, die BRICS zu einem stärker strukturierten Netzwerk zu machen, das konkrete Initiativen hervorbringt und sich nicht auf politische Erklärungen beschränkt.

Die zentrale Botschaft des Gipfels betrifft die künftige Weltordnung: Aus Sicht der BRICS-Staaten kann der Planet nicht mehr allein nach Regeln regiert werden, die von den westlichen Mächten festgelegt wurden. Die Erweiterung der Gruppe in den vergangenen Jahren hat ihr demografisches, energiepolitisches und wirtschaftliches Gewicht erhöht, aber auch gemeinsame Absprachen erschwert.

Auch die Beziehungen zwischen Indien und China standen im Mittelpunkt des Treffens. Nach den Zusammenstössen an der umstrittenen Grenze im Jahr 2020, die die bilateralen Beziehungen stark belastet hatten, vereinbarten Modi und Xi, auf eine Stabilisierung hinzuarbeiten.

Die BRICS-Staaten umfassen heute Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Gruppe entstand 2009 als BRIC auf Initiative von Brasilien, Russland, Indien und China, mit dem Ziel, eine von den USA und ihren Verbündeten dominierte Weltordnung infrage zu stellen. Heute vereint sie über 40 Prozent der Weltbevölkerung und fast ein Viertel der Weltwirtschaft.

Bilder und Videos

Chi sto incontrando? Preparativi per il vertice BRICS 2026 a Delhi Video: Think BRICS

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