Welt Strasse von Hormus
Waffenruhe zu Hormus abgelaufen, Teheran setzt Kopfgeld auf US-Soldaten aus
Das im Juni unterzeichnete Memorandum von Islamabad galt sechzig Tage. Trump kündigt an, die Meerenge zu US-Territorium erklären zu wollen.
Die im Juni mit dem Memorandum von Islamabad unterzeichnete Waffenruhe von sechzig Tagen ist abgelaufen, ohne durch eine dauerhaftere Vereinbarung ersetzt worden zu sein. Das Kräftemessen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran um die Strasse von Hormus steht wieder am Anfang, mit härteren Positionen als zuvor.
Präsident Donald Trump kündigte an, die Meerenge "sehr bald" zu US-amerikanischem Territorium erklären zu wollen. Die iranische Antwort kam von Vizeaussenminister Kazem Gharibabadi, der die Drohungen als unangebracht bezeichnete. "Die Strasse von Hormus lässt sich weder mit einem Tweet noch mit einem Flugzeugträger noch mit einem Befehl erobern", sagte er. Laut Gharibabadi wird die Durchfahrt "nur auf Befehl Irans geschlossen und wieder geöffnet".
Unterdessen hat Teheran ein Kopfgeld von dreissigtausend Dollar für jeden amerikanischen Soldaten angekündigt. Die Revolutionsgarde hält die Sperrung der Durchfahrt aufrecht, während die US-Marine die Seeblockade vor den iranischen Häfen fortsetzt. Das Parlament in Teheran verabschiedete ein Gesetz zur Sicherheit der Meerenge sowie ein Massnahmenpaket gegen das, was es als ausländische Einmischung bezeichnet.
Ein Fünftel des Welterdöls
Durch Hormus laufen rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Erdgases. Eine längere Sperrung der Durchfahrt schlägt deshalb rasch auf die Energiepreise in Europa und in der Schweiz durch, die sämtliche Treibstoffe importiert. Finanzminister Scott Bessent kündigte neue Wirtschaftsmassnahmen gegen Iran an, ohne deren Inhalt zu nennen.
In den USA selbst ist die Rechnung an der Zapfsäule bereits sichtbar. Benzin kostet mehr als vier Dollar pro Gallone, ein Niveau, das drei Monate vor den Zwischenwahlen im November auf die politische Debatte drückt.
Inoffizielle Kontaktkanäle bleiben offen. Berichten zufolge hatte Trump im Mai versucht, den Kommandanten der Revolutionsgarde Ahmad Vahidi über den Präsidenten der irakischen Kurdenregion Nechirvan Barzani zu erreichen. Der iranische Armeekommandant Amir Hatami wiederholte, die Streitkräfte seien bereit, auf jeden Versuch zu reagieren, die Durchfahrt zu erzwingen. Keine der beiden Seiten hat bisher ein Datum für die Wiederaufnahme der Verhandlungen genannt.
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