Schweiz Zürich
Nicht explodierte Handgranate in der Limmat, Sprengspezialisten im Unteren Letten
Der Sprengkörper jugoslawischer Herkunft lag einen Meter vom Ufer entfernt. Er wurde zur kontrollierten Vernichtung abtransportiert.
Badende haben im Flussbad Unterer Letten mitten in Zürich eine nicht explodierte Handgranate in der Limmat gefunden. Der Sprengkörper lag rund einen Meter vom Ufer entfernt.
Es handelt sich um eine Granate aus Produktion des ehemaligen Jugoslawien, die sich als noch scharf erwies. Die Stadtpolizei sperrte das Areal ab und zog Taucher bei. Die Bergung übernahmen Spezialisten des Kommandos Kamir der Schweizer Armee, jener Einheit, die für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung zuständig ist.
Der Sprengkörper wurde kurz nach 15.30 Uhr herausgeholt und auf ein Spezialfahrzeug verladen, um an einen Ort gebracht zu werden, wo er unter kontrollierten Bedingungen vernichtet wird. Das Flussbad liegt dort, wo die Sihl in die Limmat mündet, wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt.
Kein Einzelfall
Munitionsfunde in Schweizer Gewässern und Seen sind weniger selten, als man annehmen könnte. Ende Juli hatte ein Tourist im Langensee vor dem Friedenspark von Locarno einen Sprengkörper gemeldet.
Die Gründe sind unterschiedlich. Ein Teil des Materials stammt aus unsachgemässer Entsorgung von Kriegsmaterial, ein anderer aus illegal eingeführten und danach im Wasser entsorgten Waffen. Granaten jugoslawischer Produktion, die während der Kriege der Neunzigerjahre in Europa zirkulierten, tauchen bei Beschlagnahmungen und Funden immer wieder auf.
Die tiefen Wasserstände dieses Sommers haben Gegenstände sichtbar gemacht, die sonst auch im August bedeckt blieben. Aus demselben Grund sind in den letzten Monaten in mehreren Schweizer und italienischen Gewässern Wracks, Reste versunkener Bauten und Sperrgut wieder aufgetaucht. Die Empfehlung der Behörden lautet in solchen Fällen stets gleich: nichts anfassen und die Polizei rufen.
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