Kanton Fall Zali
Gobbi präzisiert, was er 2021 im Fall Zali wusste
Regierungsrat Norman Gobbi hat eine Mitteilung veröffentlicht, um die Kontakte zu klären, die er 2021 mit der im August in Melide tot aufgefundenen Frau hatte, deren Audioaufnahmen zum Rücktritt von Claudio Zali aus der Tessiner Regierung führten.

Norman Gobbi hat am Donnerstag eine Mitteilung veröffentlicht, um die Informationen zu präzisieren, über die er 2021 bezüglich der 52-jährigen Frau verfügte, die im vergangenen August tot in den Gewässern des Ceresio-Sees in Melide aufgefunden wurde. Die Frau hatte die Audioaufnahmen veröffentlicht, die zum Rücktritt von Claudio Zali aus der Tessiner Regierung führten. Am Vortag war der Fall im Grossen Rat ausführlich besprochen worden, wo Regierungspräsidentin Marina Carobbio Guscetti auf die verschiedenen hängigen parlamentarischen Vorstösse zu dieser Angelegenheit geantwortet hatte.
Die beiden Kontakte von 2021
Gobbi berichtet, dass ihn die Frau Anfang September 2021 über eine private Nachricht auf den sozialen Medien kontaktiert habe. Sie habe ihn informiert, dass sie gegen seinen Kollegen Strafanzeige erstattet habe, ohne die Art der Vorwürfe zu präzisieren: Die Angelegenheit lag demnach bereits bei der zuständigen Justizbehörde.
Ende September erhielt Gobbi dann eine E-Mail der Frau, in der sie ihn bat, bei Zali zu intervenieren, damit dieser sich schriftlich entschuldige. Sie teilte ihm mit, auch die Zeitung La Regione informiert zu haben, und äusserte die Absicht, die Informationen über die Angelegenheit mit Zali öffentlich zu machen, ohne zu präzisieren, auf welche Vorwürfe sie sich bezog. Laut Gobbi enthielt keine der beiden Mitteilungen einen Hinweis auf mögliche Sexualdelikte, die von Amtes wegen verfolgt werden.
Da die Frau bereits Anzeige erstattet hatte und sich die Justiz bereits mit der Sache befasste, wurde die Angelegenheit intern innerhalb der Lega besprochen, auch mit Zali. Der zurückgetretene Regierungsrat schloss damals das Vorliegen relevanter Vorwürfe aus und führte die Angelegenheit auf Dynamiken seines Privatlebens zurück. Gobbi erklärt, danach keine weiteren Meldungen und auch keine Mitteilung der zuständigen Justizbehörde über allfällige hängige Verfahren zu diesen Vorwürfen erhalten zu haben.
In der Mitteilung widerspricht Gobbi den kürzlich veröffentlichten Rekonstruktionen entschieden. Er bekräftigt, dass die 2021 erhaltenen Informationen keinerlei Hinweis auf Sexualdelikte oder andere von Amtes wegen verfolgte Straftaten enthielten, und betont, dass die Frau ihn ohnehin bereits informiert hatte, diese Vorwürfe der Justiz gemeldet zu haben. Die Präzisierung diene dazu, das ihm damals tatsächlich zur Kenntnis Gebrachte korrekt und wahrheitsgetreu darzustellen.
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