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Welt Grenzen

Irreguläre Einreisen in die EU um 37 Prozent gesunken, Spanien gegen den Trend

Frontex zählt in den ersten sieben Monaten 61'000 Übertritte. Auf der westlichen Mittelmeerroute beträgt die Zunahme 37 Prozent.

von Redazione 16. August 2026 3 Min. Lesezeit

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 registrierte Frontex rund 61'000 irreguläre Einreisen an den Aussengrenzen der Europäischen Union, 37 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl verbirgt jedoch eine gegenläufige Bewegung auf jener Route, die über Marokko führt.

Die Rückgänge betreffen fast alle Richtungen. Das östliche Mittelmeer zählt 20'232 Übertritte, ein Minus von 28 Prozent. Das zentrale Mittelmeer sinkt um 55 Prozent auf 16'454. Die westafrikanische Route zu den Kanarischen Inseln verliert 60 Prozent und liegt bei 4'682. Der Westbalkan sinkt um 26 Prozent auf 4'910 Übertritte, die östliche Landgrenze um 44 Prozent auf 3'209.

Die westliche Mittelmeerroute ist die einzige mit einer Zunahme: 11'217 Übertritte, 37 Prozent mehr als 2025, davon 8'648 auf dem Seeweg und 2'569 auf dem Landweg. Nichtregierungsorganisationen zählen auf dieser Route seit Jahresbeginn mindestens 140 Todesopfer.

Ceuta an Mariä Himmelfahrt abgeriegelt

Die beiden spanischen Exklaven auf marokkanischem Gebiet wurden vor dem 15. August verstärkt, nachdem in sozialen Netzwerken zu einem neuen Massenübertritt wie jenem vom 30. Juli aufgerufen worden war. Die Zahl der Polizeikräfte in Ceuta stieg von 1'100 auf 1'600, dazu kommen zweitausend Armeeangehörige zur Unterstützung. Auf marokkanischer Seite wurden tausend Mann rund um Fnideq an der Grenze aufgeboten.

Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach von allen nötigen Massnahmen, um neue Ansturmversuche zu verhindern. Die Botschaft der Behörden lautete, niemand werde in Ceuta bleiben, niemand werde auf die Halbinsel gebracht und niemand werde regularisiert. In der Stadt sollen sich rund fünftausend Migrantinnen und Migranten ohne geregelten Status aufhalten.

Die europäische Binnenfront

Seit dem 12. Juni 2026 ist der neue europäische Migrations- und Asylpakt in Kraft, der die Verteilung der Verantwortlichkeiten unter den Mitgliedstaaten neu ordnet. Seine Anwendung hat bereits zu einem Streit zwischen Italien und Deutschland über die Überstellungen nach der Dublin-Verordnung geführt, trotz des im Dezember 2025 unterzeichneten bilateralen Abkommens. Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi und die Regierung unter Friedrich Merz vertreten weiterhin unterschiedliche Auffassungen zur Zahl der zu übernehmenden Fälle.

Für die Schweiz, die an Schengen und Dublin teilnimmt, ohne Mitglied der Union zu sein, zählt die Verschiebung der Routen vor allem mit Blick nach vorn. Die Ankünfte an der Südgrenze folgen den Anlandungen mit einigen Monaten Verzögerung, und der Rückgang im zentralen Mittelmeer erklärt einen grossen Teil der rückläufigen irregulären Aufenthalte an der Tessiner Grenze.

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