Kultur Musik
Francesco Guccini ist tot, Stimme des italienischen Autorenlieds
Der Liedermacher starb mit 86 Jahren in Pavana im Apennin bei Pistoia. Die Familie kündigte eine private Beisetzung und eine Gedenkfeier im September an.
Francesco Guccini ist am Morgen des 6. August in Pavana gestorben, dem Dorf im Apennin bei Pistoia, in dem er lebte. Er wurde 86 Jahre alt.
Die Nachricht kam von seiner Frau Raffaella und seiner Tochter Teresa. «Nel rispetto delle sue volontà - le esequie si svolgeranno nei prossimi giorni in forma strettamente privata» («Seinem Willen entsprechend findet die Beisetzung in den nächsten Tagen in engstem Kreis statt»), teilte die Familie mit, die um Zurückhaltung bat und allen dankte, die ihre Anteilnahme bekundet haben. Eine Gedenkfeier wird im September stattfinden.
Guccini wurde am 14. Juni 1940 in Modena geboren und verbrachte einen grossen Teil seiner Kindheit im toskanisch-emilianischen Apennin. Vor der Musik arbeitete er als Lehrer und kurzzeitig als Journalist bei der Gazzetta di Modena, mit einem Abstecher in die Werbung.
Zuerst Autor für andere, dann Interpret
Der Einstieg ins Lied erfolgte fast widerwillig, als Autor für andere. Caterina Caselli, die Equipe 84 und die Nomadi nahmen seine Kompositionen auf, darunter «Auschwitz», «Per fare un uomo» und «Dio è morto».
Ab den Siebzigerjahren, mit Basis in Bologna, wurde Guccini zu einer der meistbeachteten Figuren des italienischen Autorenlieds. Seine Konzerte wechselten zwischen Liedern und Monologen von theatralischer Anlage. Zu den bekanntesten Titeln zählen «La locomotiva», «Piccola città», «Il vecchio e il bambino», «Incontro» und «Canzone per un'amica».
Seine Lektüren reichten von der italienischen Dichtung bis zu Borges, von Dylan bis zur Bibel, über Cervantes und Dumas. Dieses Material floss in Form von Zitaten, Figuren und historischen Bezügen in die Texte ein.
2012 kündigte er nach der Veröffentlichung von «L'ultima Thule» den Rückzug von der Konzerttätigkeit an. Er schrieb weiterhin Prosa. 2020 gelangte seine Ballade «Tralummescuro», erschienen bei Giunti, in die Auswahl des Premio Campiello.
In der italienischen Schweiz begleitete seine Musik jahrzehntelang die Radioprogramme und die Sommerreihen, mit einem Repertoire, das hier stets so verbreitet war wie in Italien.
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