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Schweiz Wasser

Schweizer Flüsse und Seen nach Wochen der Trockenheit auf Rekordtiefständen

Elf Messstationen erreichten im Juli den tiefsten je gemessenen Wert. Südlich der Alpen ist die Lage dank der Gletscherschmelze weniger gravierend.

von Redazione 14. August 2026 3 Min. Lesezeit

Flüsse, Bäche und Wildbäche in der ganzen Schweiz leiden unter wochenlanger Trockenheit und weisen extrem tiefe Stände auf. Von den Messstationen entlang der Gewässer erreichten elf im Juli den tiefsten je gemessenen Wert.

Zwischen dem 1. April und dem 31. Juli verzeichnete rund ein Fünftel der Schweizer Stationen für diese Zeit aussergewöhnlich geringe Abflüsse. Die Zahl stammt vom Bundesamt für Umwelt, das eine Information des Tages-Anzeigers bestätigte.

Nördlich der Alpen waren die Abflüsse der meisten Gewässer selten so tief. Laut Bafu handelt es sich um Niedrigwasserstände, wie sie je nach Station alle zwei bis zehn Jahre, alle dreissig bis hundert Jahre oder in noch grösseren Abständen vorkommen. Südlich der Alpen ist die Lage weniger dramatisch, und der Hauptgrund ist die Gletscherschmelze, die die Gewässer weiterhin speist.

Mittelland und Jura am stärksten betroffen

Am stärksten betroffen sind das Mittelland und der Jura. Deutlich zeigt sich das Phänomen am Doubs bei Ocourt im Jura und am Rhein in Basel, wo der Abfluss des Flusses seit Jahresbeginn unter den langjährigen Mittelwerten liegt, mit der einzigen Ausnahme des Februars.

Die Gewitter in der ersten Hälfte der vergangenen Woche haben die Abflüsse nicht wesentlich verbessert. Nur die stark von der Gletscherschmelze geprägten Wildbäche entziehen sich diesem Bild.

Auch viele Seen weisen aussergewöhnlich tiefe Stände auf. Das Bafu nennt den Bodensee, den Zürichsee, den Zugersee, den Walensee und den Langensee sowie kleinere Gewässer wie den Sempachersee und den Hallwilersee.

Trotz dieser Lage versichert das Bundesamt, dass die Schweiz weiterhin über reichliche Wasserressourcen verfügt. Der Klimawandel wird deren Verfügbarkeit jedoch räumlich und zeitlich verändern. Der Beitrag aus Schnee- und Gletscherschmelze wird abnehmen.

Bei häufigeren und längeren Trockenperioden, vor allem im Sommer, dürften die Gewässer im Winter mehr und im Sommer weniger Wasser führen. Die jährliche Gesamtverfügbarkeit sollte laut Schätzung des Bafu nur leicht zurückgehen.

Die Nachbarländer erleben in ganz Westeuropa ähnliche Auswirkungen. Das Amt hält fest, es verfüge nicht über ausreichend detaillierte Informationen für einen Vergleich, und erinnert daran, dass die geografischen und hydrologischen Verhältnisse der Schweiz besonders sind.

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