Welt Geldpolitik
Die Fed belässt die Zinsen zwischen 3,50 und 3,75 Prozent
Die US-Notenbank bestätigte das von den Märkten erwartete Niveau. Drei von zwölf Mitgliedern stimmten jedoch dagegen und forderten eine Erhöhung um 25 Basispunkte.
Die Federal Reserve hat die Zinssätze unverändert in der Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent belassen. Der Entscheid entspricht dem, was die Märkte erwartet hatten.
In der Mitteilung beschreibt die Notenbank eine Wirtschaftstätigkeit, die sich in solidem Tempo ausdehnt. Sie verweist jedoch auf Unsicherheiten, die teilweise mit dem Konflikt im Nahen Osten zusammenhängen.
Bei der Inflation bleibt die Beurteilung vorsichtig. Das Niveau liegt weiterhin über dem Ziel von 2 Prozent, was auch die Schocks widerspiegelt, die in einzelnen Bereichen, darunter Energie, die Preise treiben.
Ein geteiltes Votum
Der Entscheid fiel mit 9 zu 3 Stimmen. Die drei abweichenden Mitglieder hätten eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vorgezogen.
Eine Minderheit dieses Umfangs ist keine verfahrenstechnische Nebensache. Sie zeigt, dass ein Teil des Gremiums die Inflation als hartnäckig genug einschätzt, um eine Straffung zu rechtfertigen, trotz des als solid beschriebenen Wachstums.
Der gefundene Kompromiss hält damit für die kommenden Sitzungen beide Richtungen offen. Die Wahl wird von den Preisdaten und von der Entwicklung der in der Mitteilung genannten äusseren Faktoren abhängen.
Der Hinweis auf den Konflikt im Nahen Osten verbindet den Entscheid mit Faktoren, welche die Geldpolitik nicht steuert. Der Verlauf der Energiepreise hängt von äusseren Ereignissen ab, und eine Notenbank kann auf deren Wirkungen einwirken, nicht aber auf die Ursachen.
Das gegenwärtige Niveau bleibt gleichwohl weit von jenem expansiver geldpolitischer Phasen entfernt. Die Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent spiegelt den bisher eingeschlagenen Weg, die Inflation zum Ziel zurückzuführen.
Die Entscheide der Fed wirken über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus. Sie beeinflussen die internationalen Anleiherenditen und die Wechselkursverhältnisse, auch jenes zwischen Dollar und Schweizer Franken.
Für die Schweiz ist das Niveau der amerikanischen Zinsen einer der Faktoren, die den Druck auf den Franken bestimmen. Eine grosse Differenz zu den Schweizer Sätzen stützt tendenziell den Dollar, während eine Verringerung in die entgegengesetzte Richtung wirkt.
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