Kanton Arbeitssicherheit
Explosion im Kraftwerk Ritom bei Piotta: zwei Tote
Die beiden Arbeiter, die heute Morgen bei einer Explosion im alten Wasserkraftwerk Ritom in Piotta verunglückten, sind gestorben. Die Ursachen des Unfalls werden nun von der Staatsanwaltschaft untersucht.
Zwei Arbeiter sind nach einer Explosion gestorben, die sich heute Morgen kurz nach 9.30 Uhr im alten Wasserkraftwerk Ritom in Piotta im oberen Leventinatal ereignete. Dies teilte die Kantonspolizei mit.
Der Alarm ging bei der gemeinsamen Alarmzentrale (CECAL) ein, die einen Brand im Innern des Gebäudes meldete. Vor Ort im Einsatz standen Beamte der Kantonspolizei, die Feuerwehren von Biasca, dem oberen Leventinatal und Bellinzona sowie die Rettungskräfte von Tre Valli Soccorso und der Rega.
Zum Zeitpunkt des Ereignisses befanden sich zwei Arbeiter im Gebäude. Nach ersten Erkenntnissen kam es aus bisher ungeklärter Ursache zu einer Explosion, von der beide betroffen waren. Bei den Opfern handelt es sich um einen 55-jährigen Schweizer mit Wohnsitz im Luganese und um einen 18-jährigen Schweizer Lehrling mit Wohnsitz im Leventinatal.
Die Explosion verursachte erhebliche Schäden am Gebäude. Der genaue Hergang des Unfalls wird nun in einer Untersuchung unter der Leitung von Staatsanwältin Valentina Tuoni geklärt. Den Betroffenen wurde psychologische Unterstützung durch das Care Team angeboten.
Das alte Kraftwerk Ritom, erbaut 1917, wird im Rahmen eines umfassenderen Umbauprojekts der Anlage saniert. Die Bauarbeiten am neuen Kraftwerk sollen in einigen Monaten abgeschlossen sein. Im historischen Gebäude, in dem sich der Unfall ereignete, waren erst kürzlich neue elektrische Maschinen installiert worden.
Trauer bei AET, SBB und Regierung
Die SBB, Eigentümerin des Kraftwerks, und die Azienda elettrica ticinese (AET), bei der die beiden Arbeiter angestellt waren, haben in einer gemeinsamen Mitteilung ihr tiefes Beileid ausgesprochen. AET-Direktor Roberto Pronini und Nicolas Ecoffey, Leiter Energie bei den SBB, zeigten sich erschüttert über den Unfall und sprachen den Familien ihr Mitgefühl aus. Die beiden Unternehmen kündigten an, das Ereignis zu analysieren, um die Ursachen zu verstehen und die nötigen Lehren daraus zu ziehen.
Auch der Staatsrat drückte im Namen der Tessiner Bevölkerung den Familien der beiden Arbeiter sein Beileid und seine Anteilnahme aus. Offen ist nun, welche Lehren die SBB und die AET aus dem Ereignis ziehen werden, wie in ihrer Mitteilung angekündigt, und welche zusätzlichen Massnahmen künftig für die Sicherheit der Beschäftigten auf den Baustellen der kantonalen Energieanlagen ergriffen werden.
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