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Wirtschaft Luftverkehr

Die Genfer Wirtschaft bittet Apollo, easyJet in Genf nicht zurückzufahren

Die Fluggesellschaft erzeugt 46% des Passagierverkehrs am Flughafen Genf. Der US-Fonds hat die Übernahme für 5,7 Milliarden Pfund vereinbart, sich zur Präsenz in der Westschweiz aber noch nicht geäussert.

von Gottardo 9. August 2026 3 Min. Lesezeit

Nach der vereinbarten Übernahme der Billigfluggesellschaft easyJet durch den US-Investmentfonds Apollo verlangt die Genfer Wirtschaft, dass die Präsenz des Unternehmens in der Westschweiz stark und dauerhaft bleibt. Vorrangig ist insbesondere, dass easyJet sein intensives Engagement am Flughafen Genf beibehält.

Die Forderung kommt von der Interessengruppe Aeria+, dem Westschweizer Wirtschaftsverband für eine leistungsfähige Flughafeninfrastruktur. Laut der Mitteilung spielt easyJet eine zentrale Rolle für die internationalen Verbindungen der Region und damit für Tourismus, Wirtschaft und Unternehmen. Besonders wichtig sind die Flüge zu grossen Wirtschaftszentren wie London, Paris oder Amsterdam. Eine starke Präsenz in Genf ist für den Verband ein strategischer Faktor für die wirtschaftliche Attraktivität und die internationale Sichtbarkeit der Westschweiz.

Die Zahlen erklären den Nachdruck. EasyJet ist mit Abstand die wichtigste Gesellschaft am Flughafen Genf: Laut der Betreiberin Genève Aéroport erzeugte sie im vergangenen Jahr 46% des Passagierverkehrs, was 8 Millionen Reisenden von insgesamt knapp 17,9 Millionen entspricht. Swiss kam als Zweite auf einen Anteil von 12,4%. Bei der Flotte befinden sich laut dem Branchenverband Aerosuisse von den 29 in der Schweiz stationierten Flugzeugen 17 in Genf und 12 in Basel.

Apollo hat sich bisher nicht konkret zur Zukunft der Präsenz von easyJet in Genf geäussert. Im Juli hatte der Investor bestätigt, die aktuelle Strategie der Gesellschaft zu unterstützen und deren operative und kommerzielle Pläne beschleunigen zu wollen. Dazu gehören die Modernisierung der Flotte und der vermehrte Einsatz grösserer Maschinen, der Ausbau von Zusatzleistungen und Treueprogrammen sowie ein weiteres Wachstum des Reiseveranstalters easyJet Holidays. Vorgesehen ist auch, Schlüsselpersonal zu halten.

Die Übernahmevereinbarung wurde am 6. August erreicht: Die Bewertung liegt bei 5,7 Milliarden Pfund, umgerechnet 6,2 Milliarden Franken. Der Verwaltungsrat von easyJet empfiehlt den Aktionären, das Angebot anzunehmen. Der konkurrierende US-Investor Castlelake hatte sich zuvor aus dem Rennen zurückgezogen. Offen bleibt, ob ein Eigentümer, der auf schnellere Renditen zielt, dieselbe Kapazität an einem Standort aufrechterhält, an dem die Gesellschaft bereits fast die Hälfte des Verkehrs hält.

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