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Kanton Gesundheitskosten

Das Tessin bleibt der Kanton, in dem die Grundversicherung am meisten kostet

Laut Bundesamt für Gesundheit betragen die Kosten pro versicherte Person im Tessin 5'886 Franken, 1'052 mehr als im Schweizer Mittel. Das nationale Wachstum bleibt bei 0,4 Prozent, doch das Amt warnt, die Zahl sei zu tief.

von Redazione 12. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sind im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent gestiegen. Die durchschnittlichen Kosten pro versicherte Person lagen in der Schweiz bei 4'834 Franken, 21 Franken mehr als zwölf Monate zuvor. Es ist die Zahl, die das Bundesamt für Gesundheit vierteljährlich veröffentlicht und die den Zeitraum vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026 abdeckt.

Die erste Warnung kommt vom Amt selbst: Die Zahl ist zu tief. Seit dem 1. Januar gilt ein neues Abrechnungssystem für ambulante ärztliche Leistungen, und der Wechsel hat die Übermittlung der Spitalrechnungen verzögert. Bereits angefallene Kosten sind noch nicht verbucht. Das Amt schreibt, es lasse sich derzeit nicht abschätzen, wann diese Verzögerungen aufgeholt würden, was bedeutet, dass das tatsächliche Wachstum höher ausfällt als die heutigen Zahlen zeigen.

Der Tessiner Abstand

Der Vergleich zwischen den Kantonen ist der Teil, der die Tessiner Bevölkerung am unmittelbarsten betrifft. Die Kosten pro versicherte Person liegen hier bei 5'886 Franken, also 1'052 Franken über dem Landesmittel: der höchste Wert der Schweiz. Am anderen Ende steht Appenzell Innerrhoden mit 3'567 Franken, wenig mehr als die Hälfte. Zwischen den Kantonen schwanken die Kosten desselben Pakets obligatorischer Leistungen somit um über zweitausend Franken pro Person, ein Unterschied, der sich in den Prämien niederschlägt.

In der Aufschlüsselung bleiben die ambulanten ärztlichen Behandlungen mit 1'101 Franken pro versicherte Person der grösste Posten, gefolgt von Medikamenten mit 913 Franken und stationären Spitalaufenthalten mit 899. Fast alle Kategorien nehmen zu, zwei Anstiege fallen auf: die Pflege zu Hause mit einem Plus von 14,9 Prozent und die Psychotherapien mit 10,9 Prozent.

Diese beiden Posten lassen sich nicht eindeutig lesen. Die Pflege zu Hause kostet das System mehr als früher, ersetzt aber teilweise Spitaltage, die noch teurer wären; die Psychotherapien sind auch deshalb gestiegen, weil sie seit 2022 ohne Umweg über eine Psychiaterin direkt über die Grundversicherung abgerechnet werden können. In beiden Fällen bildet das Kostenwachstum eine Veränderung in der Art ab, wie die Leistungen erbracht werden, und nicht bloss eine Verteuerung.

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