Schweiz Cybersicherheit
Cyberangriff auf Bundesserver: 200 Konten betroffen
Das Bundesamt für Informatik hat einen Angriff auf seine SharePoint-Server erkannt und gestoppt. Rund 200 Benutzerkonten wurden kompromittiert, doch bisher gibt es keine Hinweise auf einen Datenabfluss.
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation hat einen Cyberangriff auf seine SharePoint-Server erkannt und abgewehrt. Rund 200 Benutzerkonten gelten als kompromittiert. Nach Angaben des Amtes gibt es bisher keine Hinweise, die auf einen Datenabfluss schliessen lassen.
Der Vorgang beginnt Mitte Juli, als Microsoft Schwachstellen in SharePoint bekannt macht. Am 28. Juli stellen die Sicherheitsfachleute Auffälligkeiten auf den Servern des Bundesamtes fest. Der Internetzugang wird unmittelbar danach gesperrt.
Das Amt installiert die betroffenen Server derzeit neu. Der Zugriff Dritter bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten ausgesetzt, während die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung über andere Kanäle weiterarbeiten.
Die betroffene Plattform enthält weder vertrauliche Informationen noch besonders schützenswerte Personendaten.
Meldungen und Hintergrund
Das Amt hat das Bundesamt für Cybersicherheit und das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik informiert. Die technischen Indikatoren des Angriffs wurden vorsorglich an alle Betreiber kritischer Infrastrukturen des Landes weitergegeben.
Die Identität der Angreifer ist nicht geklärt.
Der Fall fügt sich in ein bekanntes Bild. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Bundesamt für Cybersicherheit 28 Cyberangriffe gegen die Bundesverwaltung und 325 gegen kritische Infrastrukturen.
2025 zahlte der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag ein Lösegeld an die Hackergruppe Akira, um entwendete Daten zurückzuerhalten.
Die rasche Weitergabe der Indikatoren an private und kantonale Betreiber ist der nützlichste Teil der Reaktion. Sie erlaubt Spitälern, Elektrizitätswerken und lokalen Verwaltungen, ihre Systeme zu prüfen, bevor sie von derselben Schwachstelle getroffen werden.
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