Kanton Ferienwohnungen
Bleniotal: Ferienhäuser gefragt wie nie, doch das Gesetz bremst die Eigentümer
Im zweiten Jahr in Folge steigen die Buchungen und die Auslastung der Ferienhäuser im Bleniotal um rund 20 Prozent, und der Grossteil der 70 von Interhome verwalteten Unterkünfte ist bis Ende August ausgebucht. Ein Gesetz von 2023 begrenzt die Vermietung jedoch auf 90 Tage im Jahr, weshalb eine Motion im Parlament eine Erhöhung auf 180 Tage fordert.
Im zweiten Jahr in Folge sind die Buchungen und die Auslastung der Ferienhäuser im Bleniotal um rund 20 Prozent gestiegen. Der Grossteil der 70 von Interhome verwalteten Unterkünfte ist bis Ende August ausgebucht. Das Ergebnis wird mehreren Faktoren zugeschrieben: den internationalen Unsicherheiten, die einen Teil der Touristen zu als sicher wahrgenommenen Reisezielen bewegen, der Instandsetzung der Rustici im Tal und der touristischen Werbung für die Region.
"Si osserva una tendenza crescente delle prenotazioni last minute" ("Man beobachtet einen wachsenden Trend zu Last-Minute-Buchungen"), erklärt Dirk Vosswinkel, Verantwortlicher von Interhome für das Locarnese und die Täler. Der Trend erschwert die Planung der Saison, bleibt für Vosswinkel aber dennoch ein positives Zeichen.
Die Obergrenze von 90 Tagen
Die Wiederbelebung der Rustici, die bei den Einheimischen des Tals gut ankommt, stösst jedoch auf eine gesetzliche Grenze: Seit 2023 darf die Vermietung von Ferienhäusern 90 Tage im Jahr nicht überschreiten. Ein knapper Spielraum, wenn man bedenkt, dass die warme Saison inzwischen von Ostern bis Mitte Oktober dauert und die Orte Olivone, Acquarossa und Malvaglia das ganze Jahr über besucht werden.
Die Regelung drängt die Eigentümer zu Jahresmietverträgen, doch diese Wahl halbiert die Einnahmen. Walter Gianora, Eigentümer eines vermieteten Rustico, beschreibt die Folge so: Die Betten sind an Wochenenden, im August und einige Wochen im September belegt, "poi il letto è freddo" ("dann ist das Bett kalt").
Eine Motion im Parlament fordert nun, die Grenze auf 180 Tage anzuheben, auch weil das Tal nicht nur auf den klassischen Tourismusmärkten wächst. Die Gäste kommen weiterhin vor allem aus der Deutschschweiz, aus Deutschland und den Beneluxstaaten, doch Vosswinkel beobachtet eine wachsende Zahl von Besuchern aus der Romandie, aus Frankreich und aus Italien. Ein Zeichen, wie er findet, für die Wirksamkeit der Arbeit der regionalen Tourismusorganisationen bei der Vermarktung des Tessins als Feriendestination.
Offen bleibt die Frage, ob eine kantonal festgelegte gesetzliche Obergrenze sich einer touristischen Nachfrage anpassen sollte, die im Tal inzwischen sechs Monate im Jahr dauert, und wie stark eine solche Vorgabe die Eigentümer belastet, deren mögliches Mieteinkommen sie faktisch halbiert.
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