Kultur Begegnungen
Bruno Giussani, tausend Vorträge über Technologie und kein WhatsApp
Der Journalist aus Faido hat Hunderte von Rednerinnen und Rednern auf die Ted-Bühne gebracht. Ende August kehrt er für fünf Anlässe ins Tessin zurück.
Bruno Giussani erforscht seit Jahren das Verhältnis zwischen den Menschen und den Technologien, die sie benutzen. Für die Ted-Stiftung hat er Hunderte von Konferenzen organisiert und dabei Tausende von Menschen getroffen. Im Alltag praktiziert er, was er technologischen Widerstand nennt: Er benutzt kein WhatsApp und hat das Mobiltelefon nicht im Schlafzimmer.
Geboren wurde er in Faido in der Leventina, als Sohn bergamaskischer Eltern, und als Kind half er dem Dorfbäcker. Er studierte in Genf und arbeitete beim Giornale del Popolo und bei L'Hebdo, danach lebte er in New York und in Kanada. Heute wohnt er in Lausanne und kehrt ein paar Mal im Monat ins Tessin zurück.
Im Gespräch mit Sara Rossi Guidicelli für Ticino7 erzählt er auch von Gewohnheiten, die er nie abgelegt hat. Er bewirtschaftet einen Gemüsegarten und eine Obstwiese. Am Flughafen erscheint er stets eine Stunde früher als nötig. Und über das, was ihn wütend macht, redet er nicht herum: Ungerechtigkeiten, sagt er, "bringen mich enorm auf die Palme".
Fünf Abende zwischen Sopraceneri und Sottoceneri
Auf die Frage nach der wichtigsten Eigenschaft, die es zu pflegen gilt, antwortet er mit einer Formel, die auch für seinen Blick auf die Technologie gilt: "Die Fähigkeit, anderen zu vertrauen, auch auf die Gefahr hin, sich zu täuschen."
Die Rückkehr ins Tessin am Ende des Sommers umfasst fünf öffentliche Anlässe, organisiert mit den Verlagen Casagrande und Tlon. Am 27. August ist er am AI Salon in Bioggio, am 28. im Haus der Landvögte in Malvaglia, am 29. im Dazio Grande in Rodi-Fiesso. Am 9. September ist er in der Buchhandlung Pagina21 in Locarno und am 12. September an TEDxBellinzona.
Die geografische Verteilung der Anlässe, vom Bleniotal über die Leventina bis ins Luganese, folgt derselben Logik wie die Arbeit, die Giussani jahrelang geleistet hat: die Diskussion dorthin zu bringen, wo das Publikum ist, statt darauf zu warten, dass das Publikum in die Zentren fährt.
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