Schweiz Trockenheit
Trockenheit: Bauern lancieren eine Online-Futterbörse
Die Bauernverbände von Zürich und Schaffhausen bringen Betriebe mit überschüssigem Futter und solche in Not direkt zusammen. Von den Grossverteilern forderten sie höhere Entschädigungen für die Produzenten.
Die Bauernverbände von Zürich und Schaffhausen haben an zwei Fronten auf den Druck der Trockenheit auf die Ernten reagiert. Einerseits wandten sie sich an den Grossverteiler, andererseits organisierten sie einen direkten Austausch zwischen den Betrieben.
Am 30. Juli forderten die beiden Organisationen von Migros, Coop, Lidl und Aldi, die den Produzenten gewährten Entschädigungen zu erhöhen und die Lieferbedingungen anzupassen. Nach Angaben des Zürcher Verbands fiel die Antwort positiv aus, und alle vier Ketten zeigten sich zum Dialog bereit.
Eine Plattform für den Austausch
Das zweite Instrument ist eine Online-Futterbörse. Sie bringt die Landwirtschaftsbetriebe direkt zusammen, ohne bürokratische Zwischenschritte.
Der Aufruf richtet sich besonders an Betriebe mit Ackerbau oder mit wenig Vieh. Diese können Zwischenfutter anbauen oder Mais als Tierfutter an Kolleginnen und Kollegen in Not verkaufen.
Der gewählte Ansatz vermeidet den Rückgriff auf staatliche Hilfe. Der Zürcher Verband hält fest, die Beteiligten der gesamten Wertschöpfungskette müssten ihre Verantwortung wahrnehmen und die verfügbaren Möglichkeiten nutzen.
Die Organisationen leisten fachliche Unterstützung und geben Empfehlungen ab, während die Einzelheiten der Geschäfte direkt zwischen den Betrieben ausgehandelt werden.
Der Mechanismus funktioniert, solange ein Angebot besteht. Sollte die Trockenphase die Ernten auch im Flachland verringern, würde die für den Austausch verfügbare Futtermenge knapper.
Der direkte Austausch hat zudem eine Grenze im Umfang. Er deckt örtliche Überschüsse und Beziehungen zwischen Betrieben ab, die einander bereits kennen, während ein allgemeiner Futtermangel Importe erfordern würde, also eine andere Marktantwort als jene, die die Verbände organisieren.
Die Initiative fällt in einen der schwierigsten Sommer der letzten Jahre für die Branche. Unterdessen warten die Betriebe auf Niederschläge und koordinieren die Ressourcen entlang der Lieferkette.
Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.