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Erstmals gelangt ein konkurrierender App-Store in Google Play

Das portugiesische Aptoide mit vierzigtausend Anwendungen und fünfundzwanzig Millionen monatlichen Nutzenden ist das erste Unternehmen, das vom Urteil im Fall Epic Games profitiert. In den USA lässt sich ein alternativer Store nun ohne technische Umwege installieren.

von Redazione 12. August 2026 3 Min. Lesezeit

Am Montag, dem 10. August, erschien Aptoide Games innerhalb von Google Play. Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt findet sich damit ein konkurrierender App-Store auf der Plattform von Google, die Rivalen in der Zwischenzeit aus ihrem Katalog ausgeschlossen hatte. Vorerst gilt die Verfügbarkeit für die Vereinigten Staaten.

Aptoide ist ein portugiesisches Unternehmen und betreibt einen der grössten Android-Anwendungsmärkte ausserhalb von Google Play: über vierzigtausend Anwendungen und rund fünfundzwanzig Millionen monatlich aktive Nutzende. Der US-Markt ist sein wichtigster, doch wer den Store bislang installieren wollte, musste zum sogenannten Sideloading greifen, dem manuellen Verfahren, bei dem eine Installationsdatei heruntergeladen, unbekannte Quellen in den Einstellungen freigegeben und die Sicherheitswarnungen des Systems bestätigt werden müssen. Ein Weg, den die meisten Nutzenden nicht gehen.

Das Urteil, das die Tür öffnete

Die Öffnung geht auf die Klage zurück, die Epic Games, die Firma hinter Fortnite, 2020 gegen Google einreichte und in der sie dem Konzern wettbewerbswidriges Verhalten im Android-Ökosystem vorwarf. Eine Jury gab Epic 2023 recht, Google verlor 2025 die Berufung, und der Bundesrichter James Donato verfügte eine Reihe von Abhilfemassnahmen, darunter die Pflicht, die Installation von Anwendungen und Stores ausserhalb des Play Store zuzulassen.

Seit dem 22. Juni 2026 betreibt Google das Play Catalog Access Program, das Drittanbieter-Stores den Zugriff auf Infrastruktur und Katalog von Google Play erlaubt, während sie eigenständig bleiben. Im selben Rahmen senkte das Unternehmen die Kommissionen des eigenen Stores auf zwanzig Prozent. Aptoide ist der erste Anbieter, der diese Möglichkeit nutzt.

Was sich tatsächlich ändert, wird vom Verhalten der Nutzenden abhängen. Das Urteil beseitigt eine technische Hürde, es schafft keine Nachfrage: Jahrelang fiel die Schwelle zur Installation alternativer Stores mit dem Fehlen von Gründen zusammen, sie zu suchen, da die verbreitetsten Anwendungen alle bei Play liegen. Der mögliche Hebel ist der Preis, sofern konkurrierende Stores tiefere Kommissionen einbehalten und Entwicklerinnen die Differenz an die Nutzenden weitergeben. Der Präzedenzfall steht jedenfalls: Nach zehn Jahren ist die Tür offen, und Aptoide geht als Erstes hindurch.

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