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Schweiz Trockenheit

Auf der Alp von Amden kommt das Wasser per Helikopter, bezahlt vom Älpler

Auf der Alp Oberchäseren braucht es drei bis fünf Flüge pro Tag, jeweils tausend Liter. Die Kosten von bereits über 10'000 Franken trägt der Betrieb allein.

von Brenno 9. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Trockenheit setzt den Älplerinnen und Älplern in der Ostschweiz stark zu. Auf der Alp Oberchäseren in der Gemeinde Amden im Kanton St. Gallen wird das Wasser mit dem Helikopter gebracht. Die Kosten trägt der Betrieb vollständig.

Ursache sind die grosse Hitze der letzten Wochen und die damit verbundene Wasserknappheit. Trotz der Niederschläge der vergangenen Tage bleibt die Lage kritisch. Pius Jöhl, 52 Jahre alt, verbringt dieses Jahr seinen einundfünfzigsten Sommer auf dieser Alp und erinnert sich nur an 2003, 2015 und 2018 als ebenso trockene Jahre. Futter für die weidenden Tiere ist noch vorhanden, doch die Quellen versiegen und Regenwasser fehlt.

Täglich werden drei bis fünf Flüge zur Alp durchgeführt. Jeder Flug transportiert einen einzigen Tank mit tausend Litern. Jöhl bezieht das Wasser aus eigenen Quellen oder aus seinem Landwirtschaftsbetrieb im Tal. «Lo faccio per il bene degli altri contadini e degli animali» (ich mache es zum Wohl der anderen Bauern und der Tiere), erklärt er gegenüber der Agentur Keystone-SDA: Auf anderen Alpen seien die Bedingungen noch schlechter. Die Transportkosten, die er allein trägt, übersteigen bereits 10'000 Franken.

Wer die Vorsorge bezahlt

Der Kanton bestätigt, dass die bisherigen Flüge von den Älplern selbst organisiert wurden. Die Strategie der Behörden ist allerdings eine andere. Gemäss den Klimaprognosen könnten niederschlagsarme Perioden häufiger auftreten, weshalb sich die Alpbetriebe frühzeitig mit geeigneten Massnahmen wappnen sollten.

Grundsätzlich, hält der Kanton fest, liegt die Verantwortung für die Bewirtschaftung, die Tiergesundheit und allfällige vorbeugende Massnahmen beim Alpverantwortlichen, der auf die Unterstützung des Zivilschutzes zurückgreifen kann. Tritt dennoch eine Mangellage ein, kann der Kanton rasch Bewilligungen für Wasserentnahmen aus geeigneten Oberflächengewässern erteilen. In den letzten Jahren, ergänzt er, sei daran gearbeitet worden, die Alpen bei der Wasserversorgung widerstandsfähiger zu machen.

Jöhl musste unterdessen bereits letzte Woche die ersten Tiere ins Tal zurückschicken, wo die Lage jedoch nicht besser ist. Die Qualität von Futter und Wasser ist insgesamt schlecht, und in einzelnen Fällen wurde bereits auf die Winterrationen umgestellt. Das erschwert die Planung der Fütterung. «Potrebbero volerci mesi prima che la situazione si stabilizzi» (es könnte Monate dauern, bis sich die Lage stabilisiert), sagt der Älpler, der derzeit keine tauglichen Alternativen für die Betriebe sieht. Bei seinen Kühen will er von Tag zu Tag entscheiden und dabei die Zisterne der Oberchäseren im Auge behalten. Er hofft auf Regen und massvolle Gewitter: «La grandine non ci è infatti d’aiuto» (Hagel hilft uns nämlich nicht).

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