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il Cantonale

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Kanton Trockenheit

Wasser der Schneekanonen tränkt das Vieh auf der Alp

In Obersaxen im Kanton Graubünden versorgt ein Pilotprojekt eine Alp ohne Quellen mit Wasser aus dem Beschneiungsbecken. Der Versuch dauert bis Mitte August.

von Redazione 4. August 2026 2 Min. Lesezeit Grigioni

Eine für den Winter gebaute Anlage wird diesen Sommer für einen anderen Zweck genutzt. Auf der Alp Hitzeggen oberhalb von Obersaxen in Graubünden dient das Wasser der künstlichen Beschneiung dazu, das Vieh zu tränken.

Die Alp liegt auf 2112 Metern über Meer. Ihre Quellen versiegen, wenn während mehrerer Wochen kein Niederschlag fällt, wie es in dieser Saison geschehen ist. Der Landwirt Ursin Riedi, der seine Tiere dort sömmert, beschrieb eine Lage, die sich in längeren Trockenperioden wiederholt.

Der Bedarf ist beträchtlich. Ein Rind kann bis zu hundert Liter Wasser pro Tag trinken. Versiegen die Quellen, werden die Herden in tiefere Lagen verlegt, wo Wasser vorhanden ist.

Das künstliche Becken der Bergbahnen fasst zwischen 30 000 und 35 000 Kubikmeter Wasser. Im Sommer bleibt es ungenutzt, da es nur in der kalten Jahreszeit für die Schneeproduktion dient.

Sommernutzung einer Winterinfrastruktur

Täglich um die Mittagszeit wird das Wasser nach oben gepumpt und den Tieren zur Verfügung gestellt. Der Versuch ist bis Mitte August vorgesehen.

Ernst Sax präsidiert den Verwaltungsrat der Bergbahnen Obersaxen Mundaun und ist zugleich Gemeindepräsident. Aus seiner Sicht öffnet die Erfahrung den Weg zu einer künftig engeren Zusammenarbeit zwischen Bahngesellschaft und Älplern, mit Vorteilen für beide Seiten.

Der Fall zeigt eine mögliche Zweitnutzung von Anlagen, die für den Wintertourismus errichtet wurden. Beschneiungsbecken beanspruchen Fläche und Kapital und stehen einen grossen Teil des Jahres still.

Die Lösung hängt allerdings von besonderen Voraussetzungen ab. Nötig sind ein Becken in der Nähe der Alp, ein nutzbares Leitungsnetz und eine Vereinbarung zwischen Anlagenbetreibern und Viehhaltern.

Für die Berglandwirtschaft wird die sommerliche Wasserverfügbarkeit zu einer konkreten Einschränkung. Werden die Herden ins Tal verlegt, verkürzt sich die Alpzeit und die tiefer gelegenen Weiden werden stärker belastet, was die gesamte Saison beeinflusst.

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