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Schweiz Energie

In Gurtnellen nimmt die grösste Batterie der Schweiz den Betrieb auf

In Gurtnellen im Kanton Uri haben Axpo und Energie Uri eine Speicheranlage mit 58 Megawatt in Betrieb genommen, die grösste des Landes. Die Anlage speichert überschüssigen Strom und gibt ihn ins Netz zurück, wenn die Nachfrage steigt.

von Brenno 13. September 2026 2 Min. Lesezeit

Im Kanton Uri, in Gurtnellen, ist in den vergangenen Tagen die derzeit grösste Batterieanlage der Schweiz in Betrieb genommen worden. Die Anlage wurde von Axpo und Energie Uri realisiert und hat eine Leistung von 58 Megawatt.

Die Anlage besteht aus 28 Containern mit Lithium-Ionen-Batterien. Ihre Aufgabe ist es, Strom in jenen Momenten zu speichern, in denen die Produktion die Nachfrage übersteigt, und ihn ins Netz zurückzuspeisen, wenn der Bedarf steigt. Damit trägt sie zur Stabilität des Netzes bei.

Für Werner Jauch, Direktor von Energie Uri, fügt sich die Anlage in eine langfristige Strategie ein, die in den vergangenen Jahren mit Wasserkraft-, Wind- und Photovoltaikanlagen aufgebaut wurde. Die Batterie schaffe, so erklärt er, die nötige Flexibilität, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Ein Markt, der enger werden könnte

Mega-Batterien haben auch eine wirtschaftliche Funktion. Wenn die Photovoltaikproduktion steigt, insbesondere mittags an Sommertagen, sinkt der Strompreis. Reto Kaspar, verantwortlich für die Entwicklung von Batterieprojekten bei Axpo, erklärt, dass die Anlage den Strom in jenen Momenten speichert, in denen er günstiger ist, und ihn dann ins Netz zurückgibt, wenn sein Wert höher ist.

Mit der Inbetriebnahme von Gurtnellen steigt die Zahl der in der Schweiz aktiven Mega-Batterien auf dreizehn, darunter eine in Poschiavo. Elf weitere befinden sich im Bau, sieben in einer fortgeschrittenen Planungsphase.

Severin Nowak, Dozent am Institut für Elektrotechnik der Hochschule Luzern, beobachtet, dass die Branche parallel zur Elektrifizierung des Verbrauchs wächst, etwa durch Wärmepumpen und Elektromobilität, sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Batterien würden damit zu einer interessanten Ergänzung, um Solarstrom zeitlich zu verschieben.

Der Experte weist jedoch auf eine Grenze hin: Je mehr solche Speicheranlagen gebaut werden, desto grösser wird die Konkurrenz zwischen ihnen. Dies könnte die Margen unter Druck setzen, das Geschäftsmodell der Unternehmen der Branche verändern und das Wachstum des Sektors bremsen. Es bleibt zudem die Frage, wer unter diesen Bedingungen weiterhin in Infrastrukturen investieren wird, die einem öffentlichen Interesse wie der Netzstabilität dienen.

Mega-Batterien bleiben schliesslich ein begrenztes Instrument: Sie sind nicht dafür ausgelegt, Energie über lange Zeiträume zu speichern, und lösen damit nicht das Problem der Winterversorgung, wenn die Produktion aus erneuerbaren Energien zurückgeht.

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