Schweiz Bundesrat
Marco Chiesa kandidiert für den Bundesrat
Der Ständerat und Stadtrat von Lugano hat seine Bereitschaft für die Nachfolge von Guy Parmelin erklärt. Im Falle einer Wahl wäre er der neunte Tessiner im Bundesrat.

Marco Chiesa gehört zu den Kandidaten der SVP für die Nachfolge von Guy Parmelin im Bundesrat. Der Ständerat und Stadtrat von Lugano hat seine Bereitschaft in einem Interview mit Teleticino und Ticinonews bekanntgegeben, das am späten Donnerstagnachmittag veröffentlicht wurde.
"La Svizzera è la nostra casa e sarebbe un onore poter contribuire a prendersene cura" ("Die Schweiz ist unser Zuhause, und es wäre eine Ehre, zu ihrer Pflege beitragen zu können"), erklärte Chiesa. Zur Tatsache, dass der Kanton Tessin im Bundesrat bereits durch Ignazio Cassis vertreten ist, entgegnete der Ständerat, man müsse "ad una rappresentatività a medio termine" ("an eine mittelfristige Vertretung") denken.
Chiesa sitzt seit 2019 im Ständerat, nachdem er zuvor vier Jahre im Nationalrat verbracht hatte. Von 2020 bis 2024 war er Präsident der Schweizerischen Volkspartei.
Zwei Tessiner im Bundesrat
Im Falle einer Wahl wäre Chiesa der neunte Tessiner Bundesrat. Da Cassis bereits im Bundesrat sitzt, wäre es erst das dritte Mal in der Geschichte der Schweiz, dass zwei Vertreter desselben Kantons gleichzeitig im Bundesrat sässen. Diese Möglichkeit besteht erst seit 1999, seit der Aufhebung des früheren Verfassungsverbots.
Die Bundesverfassung sieht heute nur eine Pflicht zur angemessenen Vertretung der Regionen und Sprachgruppen des Landes vor. Diese Regel ermöglichte die doppelte Zürcher Vertretung von Moritz Leuenberger (SP) und Christoph Blocher (SVP) von 2004 bis 2007 sowie die doppelte Berner Vertretung von Simonetta Sommaruga (SP) und Johann Schneider-Ammann (FDP) von 2010 bis 2018.
Die Tessiner SVP bezeichnete die Kandidatur in einer nach dem Interview veröffentlichten Mitteilung als eine wichtige Entscheidung, die im Bewusstsein des Engagements getroffen worden sei, das ein solches Amt mit sich bringt. Die Partei verwies auf Chiesas langjähriges öffentliches Engagement und sein vertieftes Wissen über die Funktionsweise der schweizerischen Institutionen und Demokratie.
Die Tessiner Sektion sicherte Chiesa ihre volle Unterstützung im internen Auswahlverfahren der Schweizerischen Volkspartei zu. Für die Partei ist die Kandidatur ein bedeutender Moment für die italienische Schweiz: Sie könne mittelfristig zur Kontinuität der Tessiner Präsenz im Bundesrat beitragen, ein Element, das für das sprachliche und kulturelle Gleichgewicht der Schweiz wichtig sei.
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