Welt Krieg in der Ukraine
Selenskyj: nordkoreanische Raketen auf Saporischschja, sechs Tote
Der ukrainische Präsident führt den Angriff auf von Pjöngjang gelieferte Trägersysteme und russische Hyperschallraketen zurück. Seoul hat das Gesuch um militärische Zusammenarbeit abgelehnt.
Bei einem Angriff auf Saporischschja im Süden der Ukraine sind sechs Menschen ums Leben gekommen und neunzehn verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj machte Moskau dafür verantwortlich und erklärte, unter den eingesetzten Trägersystemen hätten sich ballistische Raketen nordkoreanischer Fertigung befunden, neben Hyperschallraketen vom Typ Zirkon und gelenkten Fliegerbomben. Er bezeichnete die Aktion als brutalen Angriff, berechnet auf den grösstmöglichen Schaden.
Am selben Tag meldete die Militärverwaltung der östlichen Region Dnipropetrowsk drei Tote und fünf Verletzte in fünf Bezirken, die von russischen Drohnen und Artillerie getroffen wurden.
Moskaus Darstellung lautet anders. Russland erklärte, die nächtlichen Angriffe hätten Anlagen der Rüstungsindustrie sowie Transport- und Logistikzentren in Kiew und Saporischschja gegolten, und nannte als Ziele unter anderem das Sortierzentrum des Logistikunternehmens Nowa Poschta und das Stahlwerk Saporischstal.
Die asiatische Front des Krieges
Der Vorwurf zu den nordkoreanischen Raketen fügt sich in eine Linie, die Selenskyj seit Längerem verfolgt, bisher ohne Belege öffentlich zu machen. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten hat Pjöngjang Russland bereits Raketen geliefert und plant, dorthin zwischen dreissigtausend und fünfzigtausend Soldaten zu verlegen, mit Folgen, die aus seiner Sicht auch Japan, Südkorea, die Philippinen und weitere Länder der Region betreffen.
Auf diesem Feld hat die Ukraine allerdings wenig erreicht. Südkorea hat das Gesuch um militärische Zusammenarbeit und um Unterstützung bei der Luftverteidigung abgelehnt. Ein Vertreter des Aussenministeriums in Seoul erinnerte daran, dass die Regierung Kiew in verschiedenen Bereichen unterstützt habe und mögliche Massnahmen weiterhin prüfe; die Haltung bleibt jedoch, ausschliesslich humanitäre Hilfe zu leisten, ohne tödliche Waffen und ohne Verteidigungssysteme.
Auf der Gegenseite sollen ukrainische Kräfte die Raffinerie Orsknefteorgsintes bei der russischen Stadt Orsk getroffen haben, die eine Kapazität von rund sechs Millionen Barrel pro Jahr aufweist. Ein Brand brach zudem in einer weiteren Raffinerie in Komsomolsk am Amur im Fernen Osten Russlands aus; die Ursachen sind nicht geklärt.
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