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Schweiz Kompensation F-35

Ein Quantencomputer für die ETH als Ausgleich für den F-35-Kauf

IBM liefert der ETH Zürich einen Quantencomputer, finanziert von Lockheed Martin als Kompensationsgeschäft für den Kauf der F-35-Kampfjets. Das Gerät soll bis Ende Jahr im Rechenzentrum in Lugano in Betrieb genommen werden.

von Redazione 20. September 2026 2 Min. Lesezeit

Die ETH Zürich erhält einen Quantencomputer des amerikanischen Unternehmens IBM. Bezahlen wird jedoch ein anderes US-Unternehmen: Lockheed Martin, der Hersteller der F-35-Kampfjets, welche die Schweiz beschafft hat.

Das Geschäft gehört zu den Industriekompensationen, die im Kaufvertrag für die Kampfjets vorgesehen sind. Lockheed Martin hat sich verpflichtet, in der Schweiz Geschäfte im Wert von mindestens 60 Prozent des Kaufvertrags zu generieren, was gemäss dem Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) rund 3 Milliarden Dollar entspricht. Die Finanzierung des Quantencomputers wird als Teil dieser Verpflichtung angerechnet.

Laut der ETH wird die Infrastruktur zu den fortschrittlichsten ihrer Art weltweit gehören. ETH-Sprecher Markus Gross spricht von einem privilegierten Zugang der Schweiz zu einer hochmodernen Quantentechnologie. Der Computer soll bis Ende Jahr am Schweizerischen Nationalen Rechenzentrum (CSCS) in Lugano in Betrieb gehen, wo auch der nationale Supercomputer steht.

Im Unterschied zu herkömmlichen Computern, die Informationen mit Bits im Wert von 0 oder 1 verarbeiten, nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits, die sich gleichzeitig in mehreren Zuständen befinden können. Die Technologie steckt noch in den Anfängen, verspricht aber künftig, sehr komplexe Probleme zu lösen und die heutigen Verschlüsselungssysteme infrage zu stellen.

Auch die Armee interessiert sich für die Technologie

Dass Armasuisse dieses Projekt als Kompensationsgeschäft genehmigt hat, zeigt das Interesse der Armee am Quantencomputing. Das Bundesamt für Rüstung erklärt, die Initiative werde die Schweizer Kompetenzen in diesem Bereich stärken, mit möglichen künftigen Vorteilen für Cybersicherheit und Kryptografie.

Die ETH schliesst jedoch eine direkte militärische Nutzung aus: Sprecher Gross erklärt, auf dem Computer könne nur Grundlagenforschung betrieben werden. Lockheed Martin wiederum nutzt die Zusammenarbeit mit IBM auch, um eine neue Navigationstechnologie auf Basis von Quantensystemen zu entwickeln.

Die genauen Zahlen des Geschäfts wurden nicht bekanntgegeben - eine mangelnde Transparenz, die laut dem Ökonomen Thomas Friedli von der Universität St. Gallen bei solchen Abkommen üblich ist. Armasuisse wendet zudem für strategisch eingestufte Projekte Multiplikatoren von bis zu drei an: Ein investierter Dollar kann so bis zu drei Dollar Kompensation ergeben.

Insgesamt lassen die Kompensationsgeschäfte die Kosten der F-35-Beschaffung laut Schätzungen von Armasuisse um rund 700 bis 800 Millionen Franken steigen. Ein Teil dieser Mittel fliesst auch in die Forschung zu Nanotechnologien und synthetischen Treibstoffen für die Luftfahrt.

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