Schweiz Humanitäres Recht
Ein Wandbild in Genf prangert Angriffe auf Ärzte und Spitäler im Krieg an
Das Tessiner Duo Nevercrew hat ein Werk für Ärzte ohne Grenzen und das Universitätsspital Genf geschaffen, vorgestellt zum Welttag der humanitären Hilfe.
Ärzte ohne Grenzen (MSF) und das Universitätsspital Genf (HUG) haben in Genf ein Wandbild vorgestellt, das Angriffe auf Ärzte und Spitäler in Kriegsgebieten anprangert. Die beiden Organisationen haben sich entschieden, das Werk anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe zu enthüllen, um auf die Fragilität des humanitären Rechts in einer Zeit aufmerksam zu machen, in der Konflikte das Gesundheitspersonal immer häufiger treffen.
Das Wandbild nimmt Bezug auf die Resolution 2286 der Vereinten Nationen, die den Schutz von Ärzten und humanitären Helfern in bewaffneten Konflikten gewährleisten sollte. Es handelt sich jedoch um einen Text, der täglich verletzt wird. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden seit Jahresbeginn weltweit über 900 Angriffe auf Spitäler und Gesundheitspersonal registriert, mit fast tausend Toten. Die am stärksten betroffenen Gebiete bleiben die Ukraine, der Libanon und Gaza.
Micaela Serafini, Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen Schweiz, schilderte den Kameras des Telegiornale der RSI das Klima der Unsicherheit, in dem das Gesundheitspersonal heute arbeitet: "Oggi andiamo al lavoro con la paura di entrare in ospedale per curare, di salire su un'ambulanza senza sapere se verremo fermati o bombardati" (dt.: «Wir gehen heute mit der Angst zur Arbeit, ins Spital zu gehen, um zu behandeln, oder in einen Krankenwagen zu steigen, ohne zu wissen, ob wir aufgehalten oder bombardiert werden»).
Das Werk der Nevercrew
Das Wandbild stammt von den Nevercrew, dem Künstlerduo aus dem Tessin, bestehend aus Christian Rebecchi und Pablo Togni. Rebecchi erzählt so den Sinn der Arbeit: "In questo caso si trattava di parlare di responsabilità e di fragilità" (dt.: «In diesem Fall ging es darum, über Verantwortung und Fragilität zu sprechen»). Der Künstler beschreibt danach das Bild im Zentrum des Werks: "Da una parte fa da tetto, da protezione; allo stesso tempo, però, viene stracciato, viene distrutto dalla prepotenza di chi si disinteressa di queste regole" (dt.: «Einerseits dient es als Dach, als Schutz; gleichzeitig aber wird es zerrissen, zerstört von der Willkür jener, die sich nicht um diese Regeln kümmern»).
Rebecchi hofft, dass das Wandbild die Betrachtenden dazu bringt, sich mit der aktuellen historischen Phase auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, "in cui tutti i diritti umani sono spesso calpestati e in cui determinati poteri si arrogano il diritto di passare sopra le vite umane e addirittura sopra le leggi internazionali" (dt.: «in der alle Menschenrechte oft mit Füssen getreten werden und bestimmte Mächte sich das Recht anmassen, über Menschenleben und sogar über internationales Recht hinwegzugehen»).
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