Welt Niederlande
Zwei Tote auf der Autobahn A59 während des Traktorenprotests
Vier Autos waren in den Unfall bei Heesch verwickelt. Ministerpräsident Jetten fordert, nicht auf Autobahnen zu demonstrieren.

Zwei Menschen sind gestorben und sechs wurden verletzt bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn A59 auf der Höhe von Heesch in den Niederlanden. In den Zusammenstoss waren vier Personenwagen verwickelt.
Der Unfall ereignete sich am Morgen des 14. August, während Dutzende Traktoren im Rahmen eines Bauernprotests die Autobahnen rund um Den Bosch befuhren. Die Kundgebung richtete sich an den Sitz der Provinzregierung von Nordbrabant, nachdem die Provinz entschieden hatte, fünf Geflügelbetrieben die Bewilligung zu entziehen.
Die Polizei von Ostbrabant hatte entschieden, nur dann einzugreifen, wenn die landwirtschaftlichen Fahrzeuge die Fahrbahn blockieren würden. Dieser Entscheid steht nun in der Kritik, zusammen mit der Präsenz der Traktoren auf einer Autobahn überhaupt. Staatsanwaltschaft und örtliche Behörden haben Abklärungen zum Hergang eingeleitet.
Die Reaktion der Regierung
Ministerpräsident Rob Jetten kommentierte den Vorfall mit klaren Worten. "Das ist kein gutes Zeichen", sagte er mit Blick auf die landwirtschaftlichen Fahrzeuge auf dem Autobahnnetz. "Auf der Autobahn zu demonstrieren kann verheerende Folgen haben. Es ist äusserst gefährlich, tut das nicht", fügte er an.
Die Proteste der niederländischen Landwirtinnen und Landwirte dauern seit Jahren an und gehen auf die Politik zur Senkung der Stickstoffemissionen zurück, die zur Schliessung oder Verkleinerung zahlreicher Betriebe geführt hat. Die Viehdichte pro Hektare gehört in den Niederlanden zu den höchsten Europas, und die europäischen Vorschriften zum Schutz der Lebensräume verpflichten das Land, die Stickstoffeinträge rund um geschützte Naturgebiete zu verringern.
Der Traktor als Druckmittel ist auch in anderen europäischen Ländern zur Konstante geworden. Der Unterschied im niederländischen Fall liegt in der Nutzung des Hochgeschwindigkeitsnetzes, wo das Nebeneinander von Fahrzeugen mit 130 Stundenkilometern und weit langsameren Landmaschinen ein Risiko erzeugt, auf das frühere Vorfälle bereits hingewiesen hatten.
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