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Schweiz Digitale Zahlungen

Schweiz: Auch bei Internetausfall soll mit Karte bezahlt werden können

Der Bundesrat hat in Bern einen Plan vorgestellt, der es ermöglichen soll, auch bei einem Internetausfall mit physischen Karten zu bezahlen, beschränkt auf Güter des täglichen Bedarfs und betriebsbereit bis Ende 2027. Ein Experte für Cybersicherheit warnt, dass das System einen Teil der Verantwortung von den Banken auf die Geschäfte verlagert.

von Redazione 26. August 2026 2 Min. Lesezeit

Der Bundesrat hat in Bern einen Plan vorgestellt, um digitale Zahlungen auch bei einem Ausfall des Internets zu gewährleisten. Die Ankündigung erfolgte durch Bundespräsident Guy Parmelin, zusammen mit dem Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank Martin Schlegel und dem Delegierten für wirtschaftliche Landesversorgung Roland Pfister. Das System soll bis Ende 2027 einsatzbereit sein.

Die Schweiz folgt damit dem Beispiel einiger nordeuropäischer Länder, die bereits ähnliche Lösungen eingeführt haben. Die Massnahme reagiert auf ein konkretes Bedürfnis: Im Land werden täglich rund zwei Millionen Transaktionen mit physischen Karten getätigt.

Bei einem Blackout soll es möglich sein, in Geschäften mit physischer Debit- oder Kreditkarte durch Eingabe des PIN-Codes zu bezahlen. Der Mechanismus funktioniert weder mit dem Smartphone noch mit im Ausland ausgestellten Karten. Die Transaktion wird trotzdem akzeptiert, doch die Daten werden nicht sofort an den Kartenaussteller übermittelt: Sie bleiben im System des Geschäfts gespeichert, bis die Verbindung wiederhergestellt ist.

Das System gilt nur für Güter des täglichen Bedarfs und steht vor allem in Lebensmittelgeschäften, Apotheken und Tankstellen zur Verfügung, mit dem Ziel, die tägliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Vorgesehen sind zudem Ausgabenobergrenzen und eine maximale Anzahl erlaubter Transaktionen, um das Risiko zu begrenzen, das durch die fehlende Möglichkeit entsteht, die Kartendeckung in Echtzeit zu überprüfen.

Die Frage der Verantwortung

Der Experte für Cybersicherheit und digitale Forensik Alessandro Trivilini begrüsst die Initiative und betont die Bedeutung, in der digitalen Ära "farsi trovare pronti" (vorbereitet zu sein). Laut Trivilini hat das Projekt "un valore molto importante per cittadini, aziende, istituzioni e per tutta la comunicazione quotidiana che caratterizza la nostra società" (einen sehr wichtigen Wert für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Institutionen und für die gesamte alltägliche Kommunikation, die unsere Gesellschaft prägt).

Trivilini weist jedoch auf einen kritischen Punkt hin: Bei einem Blackout würde die Verantwortung für die Transaktionen von den Banken, die über hochentwickelte Sicherheitssysteme verfügen, auf die einzelnen Geschäfte übergehen. Diese müssten sensible Daten ohne dieselben Schutzmittel verwahren, mit dem Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden.

Die eigentliche Herausforderung werde die Bewältigung solcher Vorfälle sein, so der Experte: "La preparazione e la gestione di questi incidenti sarà la vera prova del nove per capire chi ha la responsabilità di tutta la catena, la filiera delle transazioni dei pagamenti" (die Vorbereitung und Bewältigung solcher Vorfälle wird die eigentliche Nagelprobe sein, um zu klären, wer in der gesamten Zahlungskette verantwortlich ist). Käme es in einem Geschäft zu einem Diebstahl, müsste es nach Wiederherstellung der Verbindung möglich sein, den Vorfall rückwirkend zu rekonstruieren, damit der entwendete Wert nachverfolgt, wiederhergestellt und erstattet werden kann.

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