Schweiz Landwirtschaft
Über tausend Landwirtschaftsbetriebe melden Trockenheitsschäden
Die Hälfte der in diesem Jahr von Hagel Schweiz erfassten Schäden hängt mit der Hitze zusammen. Sommerkulturen und Weiden sind am stärksten betroffen, die Endabrechnung steht aber noch aus.
Die anhaltende Hitze und das Ausbleiben von Niederschlägen hinterlassen Spuren in der Schweizer Landwirtschaft. Rund 1100 Betriebe haben Trockenheitsschäden bei Hagel Schweiz gemeldet, der Gesellschaft, die den Sektor gegen Wetterrisiken versichert.
«La metà dei sinistri registrati nel 2026 da Grandine Svizzera sono legati alla canicola» («Die Hälfte der 2026 von Hagel Schweiz erfassten Schäden hängt mit der Hitze zusammen»), erklärte Urs Schuler, Leiter der Ernteversicherungsgenossenschaft. Der Anteil liegt deutlich über dem langjährigen Mittel.
Die Meldungen kommen aus dem ganzen Land, mit einer stärkeren Konzentration in den westlichen Regionen. Dort befinden sich die meisten Policen mit Deckung gegen Trockenheit.
Was verloren gegangen ist
Viele Landwirte meldeten vorsorglich Schäden an Winterkulturen wie Weizen, Gerste und Raps. Die Ernten fielen dann grösstenteils besser aus als erwartet.
Das Problem verschob sich in den weiteren Verlauf der Saison. «Le colture estive, in particolare patate, mais, barbabietole da zucchero e girasoli, così come i pascoli, sono state colpite in modo nettamente maggiore» («Die Sommerkulturen, insbesondere Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen sowie die Weiden, wurden deutlich stärker getroffen»), führte Schuler aus. Ein grosser Teil dieser Kulturen ist noch nicht geerntet, weshalb sich das Ausmass des Schadens insgesamt nicht beziffern lässt.
Hagel Schweiz versichert heute rund 2350 Landwirtschaftsbetriebe gegen das Trockenheitsrisiko. Die Deckung betrifft Ackerflächen von 46'000 Hektaren, also 17% der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.
Seit 2025 übernimmt der Bund 30% der Prämien für Versicherungen gegen Frost und Trockenheit, eine Massnahme, die vorerst bis 2032 vorgesehen ist. Im ersten Anwendungsjahr beantragten rund 2500 von 46'000 Betrieben die Vergünstigung, der Staat wendete dafür etwas mehr als 2 Millionen Franken auf. 57% der Reduktionen betrafen ausdrücklich das Trockenheitsrisiko.
Das Bundesamt für Landwirtschaft zeigt sich zufrieden mit der Resonanz, die den Erwartungen entspricht, und rechnet 2026 mit 10% mehr Versicherten. Der Wert ist allerdings mit Vorsicht zu lesen, denn die Verträge für das laufende Jahr wurden bereits vor der aktuellen Trockenperiode abgeschlossen.
Die öffentliche Unterstützung der Prämien bleibt eine Teilantwort. Sie verteilt das Risiko, verhindert den Schaden aber nicht, und sie lässt offen, wie die Kulturen an Sommer angepasst werden können, die sich in dieser Häufigkeit wiederholen.
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