Kanton Unwetter im Misox
Erdrutschgefahr bei den Piani di Verdabbio: rund zwanzig Häuser evakuiert
Die Gemeinden Cama und Grono haben die nächtliche Evakuierung der Piani di Verdabbio angeordnet, wegen der Gefahr im Zusammenhang mit dem Rückhaltebecken des Rià de Polon. Im Misox ist zudem die Strasse zu den Monti Laura wegen eines Erdrutsches gesperrt.
Die Gemeindebehörden von Cama und Grono haben für die Nacht die Evakuierung eines bewohnten Gebiets bei den Piani di Verdabbio angeordnet, in den Zonen Pronzin und ai Pian, im Misox, im italienischsprachigen Teil Graubündens. Der Entscheid berücksichtigt die Prognosen von MeteoSchweiz, die Empfehlung des Amts für Wald und Naturgefahren Graubünden sowie den Füllstand des Rückhaltebeckens des Rià de Polon.
Das erklärte der Gemeindepräsident von Grono, Samuele Censi, gegenüber RSI. Die Massnahme betrifft rund zwanzig Wohnhäuser mit insgesamt 30 bis 40 Personen und gilt von Montagabend, 21.00 Uhr, bis Dienstagmorgen, 7.00 Uhr. Für jene, die ihr Zuhause verlassen mussten, stellten die Behörden Schlafplätze in den Schutzräumen des Zivilschutzes Grono zur Verfügung.
Erdrutsch bei den Monti Laura, Strasse für drei Wochen gesperrt
Das Unwetter verursachte zudem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen Erdrutsch in der Nähe der Monti Laura, auf dem Gebiet der Gemeinde Roveredo. Der Hangrutsch ereignete sich kurz hinter der Brücke über den Rià de Trii und führte mit sofortiger Wirkung zur Sperrung des letzten Abschnitts der Zufahrtsstrasse zu den Monti.
Die Gemeinde im Misox rechnet mit einer Sperrung von mindestens drei Wochen. Bis auf Weiteres sind die Monti di Laura und di Rodas nur über die Strasse durchs Val d'Arbedo erreichbar, ein längerer Weg, der die Wege jener erschwert, die dort wohnen oder arbeiten.
Die beiden Massnahmen zeigen, wie stark das Gebiet des Misox den Auswirkungen der heftigen Unwetter ausgesetzt ist. Die öffentliche Hand, von den Gemeinden bis zum zuständigen kantonalen Amt, bleibt zentral für den Umgang mit solchen Risiken: von der Überwachung der Rückhaltebecken bis zur Bereitstellung von Notunterkünften für jene, die ihre Wohnung verlassen müssen. Offen bleibt, welche Investitionen in den kommenden Jahren nötig sein werden, um den Schutz der Infrastruktur in einer Alpenregion zu stärken, in der sich solche Ereignisse wiederholen könnten.
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