Welt Ukraine
Russische Drohne zerstört Lokomotive eines Zuges mit 340 Fahrgästen
Der Angriff ereignete sich in der Region Odessa. Der Lokführer und sein Assistent kamen ums Leben. Selenskyj fordert mehr Luftverteidigung und stärkeren internationalen Druck auf Moskau.
Eine russische Drohne hat in der Region Odessa die Lokomotive eines Personenzugs getroffen und zerstört. An Bord befanden sich 340 Personen. Der Lokführer und sein Assistent kamen ums Leben. Die Meldung stammt vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der sie in einem Beitrag auf X veröffentlichte.
«Heute haben die Russen in der Region Odessa erneut die Lokomotive eines gewöhnlichen Personenzugs mit einer Jet-Drohne zerstört. Im Zug befanden sich 340 Menschen. Und wer diese Drohne steuerte, konnte unmöglich übersehen, dass das Ziel vollständig zivil war. Derzeit wissen wir leider, dass der Lokführer und sein Assistent bei dem Angriff getötet wurden», schrieb der Präsident.
Der Einschlag erfolgte in kurzer Distanz zu den besetzten Wagen. Laut lokalen Medien wurde die Lokomotive getroffen, als sie sich einer Station näherte, um die Fahrgäste aussteigen zu lassen, nachdem eine Warnung vor Drohnen im Gebiet eingegangen war. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art gegen die ukrainische Bahninfrastruktur.
Die Forderung nach Luftverteidigung
Selenskyj verband den Angriff mit der Notwendigkeit, den Schutz des Luftraums zu verstärken. «Jeden Tag treffen die Russen das Leben gewöhnlicher Menschen, einzig um Terror zu verbreiten. Und leider erhalten nicht alle diese Angriffe eine starke Antwort der internationalen Gemeinschaft. Wenn die Welt diesen Krieg in Europa wirklich beenden will, braucht es mehr Unterstützung für die Luftverteidigung und mehr Druck auf Russland», fügte er an.
Das Bahnnetz gehört zu den Elementen, die das Land im Krieg funktionsfähig halten. Es dient dem zivilen Verkehr, der Evakuierung der Bevölkerung aus Kampfgebieten und dem Gütertransport in einem Land, in dem der Luftverkehr geschlossen ist. Angriffe auf Lokomotiven, Bahnhöfe und Fahrleitungen haben deshalb eine Wirkung, die über den unmittelbaren Sachschaden hinausgeht.
Der Fall Odessa betrifft einen Zug, der bereits auf einen Alarm reagierte. Das erschwert die Deutung des Vorfalls als Zielfehler. Russische Darstellungen zum Hergang wurden nicht wiedergegeben. Wie bei vielen Ereignissen dieses Konflikts ist eine unabhängige Überprüfung vor Ort kurzfristig nicht möglich.
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