Schweiz Öffentliche Ordnung
Nacht der Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten in Bern
Ein nicht bewilligter Umzug von rund tausend jungen Menschen endete in der Nacht auf Sonntag in Bern in Zusammenstössen mit der Polizei. Die Kantonspolizei meldet keine Verletzten und hat Ermittlungen eingeleitet.
Nicht nur Frankreich und Italien, auch die Schweiz war in der Nacht auf Sonntag von einer Demonstration betroffen, die in Zusammenstössen endete. In Bern folgten rund tausend junge Menschen dem Aufruf der Gruppe Bern Vorwärts Links, die den Umzug unter dem Motto „Riconquistiamo la strada“ (etwa: „Wir erobern die Strasse zurück“) organisiert hatte, wie die Berner Zeitung berichtet.
Die Teilnehmenden versammelten sich kurz nach 23 Uhr auf der Schützenmatte in der Nähe des Bahnhofs und zogen anschliessend ins Lorraine-Quartier. Der von lauter Musik begleitete Umzug wollte über den Viktoriaplatz und die Kornhausbrücke das Stadtzentrum erreichen.
Die Polizei stoppte den Umzug auf der Lorrainebrücke. Laut den Behörden entfernten einige teils vermummte Teilnehmende eine Absperrung und rückten auf die Einsatzkräfte vor, die mit Gummigeschossen reagierten. Die Demonstrierenden warfen Pyrotechnik gegen die Ordnungskräfte.
Erneuter Zusammenstoss vor der Reitschule
Der Umzug kehrte danach zur Schützenmatte vor dem alternativen Kulturzentrum Reitschule zurück. Gegen 2 Uhr warf eine Gruppe Gegenstände auf die Einsatzkräfte, die erneut mit Gummigeschossen eingriffen.
Die Demonstration endete kurz nach 3.40 Uhr. Der Verkehr war rund drei Stunden lang blockiert. Die Kantonspolizei meldet keine Verletzten und hat Ermittlungen eingeleitet.
Das von den Organisatoren gewählte Motto „Riconquistiamo la strada“ erinnert an ein wiederkehrendes Thema in Jugendbewegungen rund um Orte wie die Reitschule: die Nutzung des öffentlichen Stadtraums, über die unterschiedliche Vorstellungen bestehen. Die Quelle macht keine Angaben zu den konkreten Anliegen des Umzugs oder zu einem möglichen Zusammenhang mit den Protesten, die am selben Tag in Frankreich und Italien stattfanden.
Offen bleibt die Frage, welches Gleichgewicht zwischen dem Recht auf Demonstration und der Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner der betroffenen Quartiere gefunden werden soll und wie die Behörden künftig mit nicht bewilligten Umzügen dieser Grössenordnung umgehen wollen, ohne dass es zur Eskalation kommt.
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