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Schweiz Verkehrssicherheit

Unfälle mit E-Trottinetts haben sich in vier Jahren verdoppelt

Von 342 Fällen im Jahr 2021 auf 790 im Jahr 2025, mit 152 Schwerverletzten und drei Toten. Eine internationale Studie zeigt für Nutzende von E-Trottinetts ein höheres Risiko schwerer Kopfverletzungen als für Motorrad- und Velofahrende.

von Brenno 6. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Unfälle mit E-Trottinetts in der Schweiz sind von 342 im Jahr 2021 auf 790 im Jahr 2025 gestiegen. Im letzten Jahr registrierte das Bundesamt für Strassen 152 Schwerverletzte und drei Todesfälle.

Der Anstieg geht mit der Verbreitung des Fahrzeugs in den Städten einher. Das Astra weist jedoch auf ein vorgelagertes Problem hin: Viele Modelle im Umlauf erfüllen die Schweizer Zulassungskriterien nicht und dürften auf öffentlichem Grund gar nicht fahren.

Eine in Scientific Reports veröffentlichte Studie hilft zu verstehen, warum diese Unfälle oft im Spital enden. Die Untersuchung analysierte über 15'000 Personen, die in achtzehn englischen und walisischen Städten in mittelschwere bis schwere Unfälle verwickelt waren.

Der Vergleich mit anderen Verkehrsteilnehmenden fällt deutlich aus. Wer ein E-Trottinett benutzt, hat ein 3,45-mal höheres Risiko einer schweren Kopfverletzung als Motorradfahrende und ein 1,74-mal höheres als Velofahrende. Häufig sind auch innere Bauchverletzungen, verursacht durch den Aufprall auf den Lenker beim Sturz.

Der Helm und wer stärker betroffen ist

Der Helm bleibt die Ausnahme. In der Stichprobe der Studie trugen ihn 5,9 Prozent der beteiligten Personen. In der Schweiz ist der Anteil noch tiefer: 2025 trugen ihn 30 der 730 verletzten Nutzenden, also 4,1 Prozent. Der Helm ist nicht obligatorisch.

Eine weitere Auswertung von rund 23'000 Kollisionen zeigt einen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Frauen haben ein um 36 Prozent höheres Kollisionsrisiko und doppelt so hohe oder noch höhere Verletzungsraten. Die Autorinnen und Autoren führen die Differenz darauf zurück, dass E-Trottinetts auf die Proportionen des männlichen Körpers ausgelegt sind.

Die Empfehlungen der Forschenden gehen in drei Richtungen. Sie verlangen ein Helmobligatorium, das auch für Mietsysteme gilt, strengere Tempolimiten und bessere Bauvorschriften, mit stossabsorbierenden Lenkern und wirksamen Bremsen.

Der von der Studie aufgeworfene Punkt betrifft auch die Behörden. Solange das Fahrzeug auf einen Standardkörper ausgelegt und nur locker geregelt wird, tragen die Nutzenden die Kosten der Unfälle, und nicht alle im gleichen Mass.

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