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Wirtschaft Technologie

Microsoft hat in fünf Jahren fünfzehn Standorte in China geschlossen

Der chinesische Markt macht 1,5 Prozent des Konzernumsatzes aus. Die verbleibende Präsenz dient vor allem chinesischen Kunden im Ausland.

von Redazione 16. August 2026 2 Min. Lesezeit

Microsoft hat in den vergangenen fünf Jahren mindestens fünfzehn Büros und Gemeinschaftsunternehmen in China geschlossen. Das berichtet Reuters und hält fest, dass der Konzern gleichwohl eine ausgewählte Präsenz im Land beibehält.

Das wirtschaftliche Gewicht des chinesischen Markts erklärt einen guten Teil des Entscheids. 2024 erwirtschaftete China 1,5 Prozent des weltweiten Umsatzes von Microsoft, ein Anteil, der keine ausgedehnte Struktur rechtfertigt. 2023 hatte das Unternehmen einen vollständigen Rückzug aus dem Land geprüft und dann verworfen.

Drei Faktoren trieben den Abbau. Die US-Beschränkungen für die Ausfuhr fortgeschrittener Technologien begrenzen, was das Unternehmen in China verkaufen darf. Die Politik Pekings bevorzugt bei öffentlichen Beschaffungen und in Staatsbetrieben einheimische Softwareprodukte. Dazu kommt eine als hoch eingeschätzte geopolitische Risikolage.

Warum der Konzern nicht ganz geht

Die verbleibende Präsenz hat drei Funktionen. Die erste besteht darin, chinesische Unternehmen mit internationaler Tätigkeit zu bedienen, die Cloud-Infrastruktur und Werkzeuge brauchen, welche mit ihren Absatzmärkten kompatibel sind: Konzerne wie ByteDance, Eigentümerin von TikTok, und Shein gehören dazu. Die zweite ist der Zugang zum Reservoir chinesischer Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich künstliche Intelligenz. Die dritte ist die Lieferung von Cloud-Diensten und KI-Werkzeugen an lokale Firmen.

Der Fall zeigt ein Modell, das sich unter den grossen US-Technologieanbietern ausbreitet: kein klarer Rückzug, sondern eine verkleinerte, auf Kunden ausserhalb Chinas ausgerichtete Präsenz. Derselben Logik folgen andere Konzerne, die Forschungszentren behalten, aber nicht mehr direkt auf dem Binnenmarkt verkaufen.

Für Schweizer Unternehmen mit Chinageschäft ist das Thema praktischer Natur: Die Wahl des IT-Dienstleisters bestimmt, welche Daten wo bearbeitet werden dürfen, und die Zersplitterung der Infrastrukturen erschwert die Führung von Niederlassungen in beiden Märkten.

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