Kultur Kunstraub
In Messina vier Antonello da Messina zugeschriebene Werke gestohlen
Die Täter umgingen Alarmanlagen und Sicherheitssysteme des Regionalmuseums und entwendeten drei Tafeln des Polyptychons von San Gregorio sowie eine beidseitig bemalte Tafel.
Vier Antonello da Messina zugeschriebene Werke sind am Abend des 15. August aus dem Interdisziplinären Regionalmuseum von Messina gestohlen worden. Die Täter umgingen die Alarmanlagen und die übrigen Sicherheitsvorkehrungen des Gebäudes.
Der Diebstahl wurde präzise ausgeführt. Drei der fünf Tafeln des Polyptychons von San Gregorio wurden abgelöst, und aus einer gepanzerten Vitrine wurde eine beidseitig bemalte Tafel mit der Madonna und dem Schmerzensmann entwendet.
Vor Ort rückten die Polizei und die Spezialisten der Spurensicherung aus, um den Bereich zu sichern und die Ermittlungen zum Hergang des Diebstahls und zur Identifizierung der Verantwortlichen aufzunehmen.
Ein Museum auf einer zerstörten Stadt
Das Museum trägt den Namen von Maria Accascina, einer bedeutenden Figur der sizilianischen Kunstgeschichte und Direktorin des Hauses von 1949 bis 1963. Seit Juni 2017 belegt es den heutigen, erweiterten Standort, errichtet auf dem Gelände eines basilianischen Klosters aus dem 16. Jahrhundert, das beim Erdbeben von 1908 zerstört wurde.
Das Gebäude erstreckt sich über drei Ebenen und 17'118 Quadratmeter. Die ausgestellten Sammlungen stammen weitgehend aus der Zeit vor dem Erdbeben und dokumentieren die künstlerische und kulturelle Entwicklung Messinas von den prähistorischen Siedlungen bis ins 19. Jahrhundert. Sie spiegeln die historische Rolle der Stadt als einer der wichtigsten Häfen des Mittelmeers und die kulturellen und kommerziellen Austausche, die über ihn liefen.
International bekannt ist die Institution gerade für die Werke von Antonello da Messina und Caravaggio, die sie bewahrt. Der Diebstahl trifft damit jenen Kern, für den das Museum ausserhalb Siziliens bekannt ist.
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