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Wirtschaft Arbeit

Zurückhaltung bei Anstellungen, doch KI-Kenntnisse werden bezahlt

Die Netto-Beschäftigungsprognose bleibt auf dem tiefsten Stand der letzten fünf Jahre und sieben Punkte unter dem weltweiten Mittel. Über die Hälfte der Arbeitgebenden würde für KI-Kompetenzen einen Zuschlag zahlen.

von Redazione 11. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Schweizer Unternehmen stellen weiterhin mit angezogener Handbremse ein. Nach der heute veröffentlichten Manpower-Umfrage liegt die Netto-Beschäftigungsprognose bei plus 19, nur einen Punkt über dem Vorquartal. Es ist ein Wert, der auf dem tiefsten Stand der letzten fünf Jahre bleibt und die Schweiz sieben Punkte unter das weltweite Mittel stellt.

Eric Jeannerod von Manpower Schweiz fasst die Lage zusammen: «Le aziende elvetiche hanno acquisito una maggiore sicurezza nella pianificazione. Allo stesso tempo, molti datori di lavoro mantengono un atteggiamento cauto a causa del calo della domanda» (Die Schweizer Unternehmen haben mehr Planungssicherheit gewonnen. Gleichzeitig bleiben viele Arbeitgebende wegen der rückläufigen Nachfrage zurückhaltend).

Die beiden Aussagen beschreiben verschiedene Phasen desselben Zyklus. Die Sicht auf die kommenden Monate hat sich gegenüber den Jahren verbessert, die von Unsicherheit über Energiekosten und Zölle geprägt waren, doch eine schwache Nachfrage rechtfertigt keine neuen Anstellungen. Das Ergebnis ist ein Arbeitsmarkt, der weder schrumpft noch wächst.

Welche Kompetenzen den Unterschied machen

Der interessanteste Wert der Umfrage betrifft das, wofür Arbeitgebende mehr zu zahlen bereit sind. 56 Prozent würden einen Lohnzuschlag für Kompetenzen im Bereich künstliche Intelligenz akzeptieren, ein Anteil, der in Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten auf 66 Prozent steigt. Die Betriebsgrösse zählt: Grosse Organisationen haben laufende Projekte und suchen Leute, die sie vorantreiben, kleinere haben oft noch nicht entschieden, was sie damit anfangen.

Technische Fähigkeiten haben allerdings nicht als Einzige einen Preis. 66 Prozent der Befragten sind bereit, mehr für Kommunikations- und Teamfähigkeit zu zahlen, 60 Prozent für Professionalität und Arbeitsethik, 59 Prozent für Anpassungsfähigkeit und 57 Prozent für kritisches Denken und Problemlösungsvermögen. Die beiden Listen weisen ähnliche Prozentsätze auf, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen nicht eine Art von Kompetenz durch die andere ersetzen.

Zur konkreten Wirkung von KI-Werkzeugen fällt das Bild vorsichtiger aus. 51 Prozent der Unternehmen schreiben ihnen positive Auswirkungen auf die Produktivität zu, und 43 Prozent nennen Prozessautomatisierung und KI-Schulung unter den Wachstumsfaktoren. Etwas mehr als die Hälfte erkennt somit einen messbaren Gewinn.

Ein letzter Wert betrifft die Arbeitsorganisation. 33 Prozent der Befragten halten die Rückkehr ins Büro und die physische Präsenz für einen Produktivitätsfaktor. Es ist eine Minderheit, doch das Thema bleibt auf dem Tisch, während die Unternehmen Effizienzgewinne suchen, ohne den Personalbestand zu erhöhen.

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