Kultur Locarno79
Die fünf Jurys von Locarno79 und der erste Wettbewerb für Kinder
Fabrice Du Welz präsidiert den internationalen Wettbewerb. Die Sektion Locarno Kids wird erstmals kompetitiv, mit neun Filmen, über die das junge Publikum abstimmt.
Die 79. Ausgabe des Locarno Film Festival, die vom 5. bis 15. August läuft, gliedert sich in elf Sektionen, drei Wettbewerbe und zwanzig Preise. Das Programm umfasst 233 Filme, ausgewählt aus 7759 Anmeldungen, mit 103 Weltpremieren. Die künstlerische Leitung liegt bei Giona A. Nazzaro.
Das diesjährige Plakat stammt von der amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman und zeigt eine erfundene Figur in kontrastreichem Schwarzweiss, eingehüllt in ein gelbes Tuch mit Leopardenmuster.
Wer die Preise vergibt
Die Jury des internationalen Wettbewerbs steht unter dem Vorsitz des belgischen Regisseurs Fabrice Du Welz. Ihr gehören der italienische Produzent Marco Alessi, die französische Schauspielerin Lolita Chammah, die chilenische Schauspielerin, Regisseurin und Dramatikerin Paulina García sowie Olivier Père an, Geschäftsführer von Arte France Cinéma und früherer künstlerischer Leiter des Festivals.
Über den Wettbewerb Cineasti del presente urteilen die tunesische Regisseurin und Produzentin Afef Ben Mahmoud, der tschechische Produzent Radovan Síbrt und die italienische Regisseurin Margherita Spampinato.
Die den Kurzfilmen gewidmeten Pardi di domani haben eine Jury aus der libanesischen Regisseurin Mounia Akl, dem italienischen Regisseur Antonio Piazza und dem südafrikanischen Produzenten Steven Markovitz. Die Sektion umfasst drei getrennte Wettbewerbe, einen internationalen, einen schweizerischen und einen für Autorenkurzfilme, mit über dreissig ausgewählten Filmen.
Der Preis für den besten Erstling liegt beim Franzosen Matthieu Darras, Leiter von Filmlabors und Programmgestalter, bei der südkoreanischen Programmgestalterin Sung Moon vom Festival in Jeonju und bei der schweizerisch-peruanischen Regisseurin Klaudia Reynicke.
Der Pardo for Change hat eine Jury mit anderem Profil: der Schweizer Journalist und Autor Gianluca Grossi, der somalisch-österreichische Regisseur Mo Harawe und die Schweizer Regisseurin Seta Thakur von der Wyss Academy for Nature.
Die organisatorische Neuerung betrifft Locarno Kids, das in diesem Jahr erstmals zu einer kompetitiven Sektion wird. Neun Filme bewerben sich um den Locarno Kids Award la Mobiliare, der durch die Stimmen des jüngsten Publikums vergeben wird.
Die Piazza Grande zeigt vierzehn Titel, ebenso viele umfasst die Auswahl ausser Konkurrenz.
Die Struktur sagt etwas darüber aus, wie das Festival Entscheidungsmacht verteilt. Neben den Fachjurys stehen die Stimme des Publikums auf der Piazza und nun jene der Kinder, zwei Verfahren, die zumindest einen Teil der Urteile dem Fachkreis entziehen.
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