Kultur Locarno79
Cineasti del presente, die Sektion für die neuen Namen in Locarno
Die Auswahl für Erst- und Zweitwerke bringt Filme aus dem Vereinigten Königreich, Palästina, Brasilien, Singapur und der Schweiz nach Locarno. Der Hauptwettbewerb reiht etablierte Namen neben Debütanten.
Die 79. Ausgabe des Locarno Film Festival, die vom 5. bis 15. August läuft, hat 233 Filme aus 69 Ländern ausgewählt. 103 davon sind Weltpremieren, gewählt aus einer Rekordzahl von 7759 Anmeldungen.
Cineasti del presente ist die Sektion für Erst- und Zweitwerke und jener Ort, an dem das Festival auf noch wenig bekannte Handschriften setzt.
Beatrice Gibson zeigt ihren ersten Langfilm «At Night», angesiedelt in einem dämmrigen Paris, in dem sich Frauen zwischen Traum, Fiktion und Wirklichkeit bewegen.
Ana Vaz bringt «Fire Flower», das Kino als Mittel begreift, die menschliche Wahrnehmung zu verändern und die Verbindung zum nichtmenschlichen Leben wiederherzustellen.
Mohanad Yaqubi zeichnet für «Revolutionaries Never Die» verantwortlich, das den Film zugleich als politisches Zeugnis und als intime Erinnerung behandelt.
Sun Xun zeigt «Magic Atlas», einen mit Holzschnitten gestalteten Animationsfilm, an dem ein Jahrzehnt gearbeitet wurde und der einen Magier in das abgeriegelte Kohlereich von Luocha führt.
Der Hauptwettbewerb
Im internationalen Wettbewerb zeigt der Südkoreaner Hong Sangsoo «Nowhere to Lay My Eyes» mit Kim Minhee, die Geschichte von Geschwistern, die nach zehn Jahren Trennung auf der Insel Jeju wieder auf ihre Mutter treffen.
Der Kanadier Denis Côté verantwortet «Nobody's Violence» über eine einzelgängerische Frau, die für eine geheimnisvolle Organisation im Bereich der Sterbehilfe arbeitet.
Ann Oren zeigt «Objet A» über Kontrolle und Begehren anhand zweier visionärer Chirurgen: Der eine stiehlt Gegenstände, der andere möchte selbst zu einem werden.
Cristóbal León und Joaquín Cociña bringen «Donkey Princess», einen Stop-Motion-Animationsfilm, in dem eine Prinzessin verschiedene Welten durchquert, nachdem ihr Vater ihren Geliebten verbannt hat. Nelson Yeo wiederum liest den Mythos von Chang'e und Hou Yi in «The House on the Moon» als Wuxia-Science-Fiction.
Gurvinder Singh verflicht in «Rehmat» drei Geschichten aus dem heutigen Punjab, mit Naseeruddin Shah im Ensemble. Lê Bảo erzählt in «Hearing» von einem Mechaniker, der Schallpegelmesser installiert und zugleich mit dem Schweigen in seiner Familie ringt. Isabelle Stever stellt in «I Rarely Wake Up Dreaming» die Beziehung eines queeren ukrainischen Paares und die Transition eines der beiden vor den Hintergrund der russischen Invasion.
Ausser Konkurrenz zeigt Albert Serra «Seize Moments of My Life» mit Ingrid Caven, während Edgar Pêra «Asphalt Guerrilla» bringt, über den Weg eines stillen Studenten in eine terroristische Organisation.
In der Parallelsektion stehen «Bloody Tennis» von Nikias Chryssos, «Sundown» von Rebekah McKendry und «Roma Elastica» von Bertrand Mandico, angesiedelt in Cinecittà im Jahr 1982.
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