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Schweiz Abfallentsorgung

Lithiumbatterien gefährden Recyclingzentren in der Schweiz

Ein Brand im Kanton Waadt, der wahrscheinlich durch eine Lithiumbatterie ausgelöst wurde, hat die Alarmglocken über die Risiken dieser Geräte in Schweizer Recyclinganlagen läuten lassen. Unternehmen und Behörden versuchen, Prävention und Ausbildung zu verstärken, während die Sicherheitskosten steigen.

von Brenno 8. September 2026 3 Min. Lesezeit

Am 28. August fing in der Anlage von Thévenaz-Leduc in Ecublens im Kanton Waadt ein als harmlos geltender Metallschrotthaufen innerhalb weniger Minuten Feuer. Die Überwachungskameras zeichneten um 18.46 Uhr den ersten Rauch auf; kurz darauf schlugen die Flammen bereits fünf Meter hoch. Der Brand legte einen Teil der Westregion von Lausanne lahm. Die Untersuchung der Waadtländer Staatsanwaltschaft läuft noch, doch für Dario Balmelli, Verwaltungsratspräsident der Gruppe Barec, die die Anlage betreibt, steht die Ursache praktisch fest: eine Lithiumbatterie. Solche Batterien, erklärt er, stossen weissen Rauch aus und fangen innerhalb weniger Sekunden Feuer.

Die Waadtländer Umweltdirektion (DGE) präzisiert, dass die Anlage die Bewilligungsauflagen einhielt und dass die letzten Kontrollen 2024 und 2025 keine Probleme ergeben hatten. Der Kanton liess zudem Bodenproben in der Umgebung entnehmen, um mögliche Verunreinigungen zu prüfen.

Ein verbreitetes Risiko, das sich an der Quelle kaum kontrollieren lässt

Der Vorfall in Ecublens ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Schweizer Recyclinganlagen von Bränden heimgesucht, die unter anderem auf Lithiumbatterien zurückgeführt wurden. Diese stecken heute in Mobiltelefonen, kabellosen Kopfhörern, E-Zigaretten, Spielzeug und Haushaltsgeräten. Werden sie beschädigt oder falsch entsorgt, können sie innerhalb weniger Sekunden Feuer fangen. Laut Balmelli liegt das Problem weniger in der internen Handhabung der Anlagen als in der mangelnden Information der Bevölkerung darüber, wie diese Gegenstände korrekt zu entsorgen sind: Eine einzige falsch weggeworfene Batterie genügt, um einen Brand auszulösen.

Deshalb hat Swiss Recycle in Yverdon-les-Bains den ersten Ausbildungskurs der Westschweiz für Verantwortliche von Sammelstellen organisiert, mit dem Ziel, Risiken zu erkennen und Lithiumbatterien korrekt zu lagern. Auch die Ökohöfe melden ein stetiges Wachstum der gesammelten Mengen.

Die Verbreitung dieser Geräte beschäftigt auch die Politik. Die Nationalrätin Delphine Klopfenstein Broggini (Grüne) hatte das Thema bereits 2023 mit einem Postulat aufgegriffen und dabei auf Produkte hingewiesen, die schwer zu zerlegen und für einen raschen Ersatz konzipiert sind: Wenn die inneren Bauteile verborgen bleiben, so ihre Beobachtung, steige das Risiko, dass das ganze Gerät weggeworfen werde, mit negativen Folgen für die Umwelt. Auch die Luftfahrt hat reagiert: Seit Jahresbeginn verbietet Swiss die Nutzung und das Aufladen von externen Batterien an Bord.

Im häuslichen Bereich bleiben Brände selten, nehmen aber zu: Im Kanton Waadt stieg die Zahl von rund zehn Fällen pro Jahr bis 2020 auf heute fast dreissig, was 2 Prozent der jährlichen Wohnungsbrände im Kanton entspricht. Die Waadtländer Gebäudeversicherung (ECA) rät, auf Batterien zu achten, die sich heiss anfühlen oder aufgebläht sind – beides Warnzeichen für eine unmittelbare Gefahr.

Die Kosten dieser Prävention tragen vor allem die Unternehmen der Branche. In Genf, wo es keine kantonale Gebäudeversicherung gibt, hat das Recyclingunternehmen Serbeco in den vergangenen zwanzig Jahren über 2 Millionen Franken in technische Massnahmen investiert, dazu kommen jährliche Betriebskosten von über 200'000 Franken. Seit rund einem Jahr verfügt das Unternehmen zudem über einen automatischen Wasserwerfer, der mit Wärmebildkameras verbunden ist und Brandherde eindämmen soll.

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