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Wirtschaft Onlinereisen

Lastminute.com schliesst das Halbjahr mit Verlust und senkt die Ziele

Die Gruppe mit operativem Zentrum in Chiasso steigert den Umsatz um 4%, schreibt aber einen Reinverlust von einer halben Million Euro. An der Börse gab die Aktie 7% nach.

von Redazione 10. August 2026 3 Min. Lesezeit Mendrisiotto

Lastminute.com hat das erste Halbjahr mit einem Verlust abgeschlossen und die Ziele für das gesamte Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Das im Onlinereisegeschäft tätige Unternehmen hat seinen juristischen Sitz in Amsterdam und sein operatives Zentrum in Chiasso.

In den ersten sechs Monaten stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 4% auf 190 Millionen Euro, umgerechnet 176 Millionen Franken. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda sank dagegen um 2% auf 28 Millionen Euro. Die Periode endete mit einem Reinverlust von 0,5 Millionen, nach einem Gewinn von 8 Millionen in der ersten Hälfte 2025.

Das zweite Quartal erklärt einen grossen Teil der Differenz. Buchungen innerhalb von sechs Wochen vor Abreise nahmen zu, jene mit längerer Vorlaufzeit gingen zurück: ein in der Branche verbreiteter Trend, der mit den Unsicherheiten im Nahen Osten zusammenhängt. Die Quartalseinnahmen sanken so um 2% auf 91 Millionen Euro.

Geschäftsführer Alessandro Petazzi hielt fest, der Halbjahresumsatz sei um 4% gewachsen, während viele Anbieter starkem Druck auf die Erträge ausgesetzt gewesen seien. Die Entwicklung im zweiten Quartal spiegle «das makroökonomische Umfeld, nicht einen Rückgang der Reiselust». Das Unternehmen bleibe «auf das Wachstum der Rentabilität konzentriert».

Gesenkte Prognosen und Reorganisation

Für das Gesamtjahr erwartet die Gruppe nun ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine Zunahme des bereinigten Ebitda von 5 bis 10%. Die früheren Ziele, Anfang Mai mit den Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht, lagen bei rund 10% in beiden Bereichen.

Mitte Juni hatte das Unternehmen angekündigt, sein Geschäft stärker auf künstliche Intelligenz auszurichten und im Rahmen einer Reorganisation ein Viertel der rund 1600 Stellen zu streichen. Nach den heute bestätigten Plänen soll die Reorganisation bis Ende 2026 abgeschlossen sein, mit strukturellen Effekten ab 2027.

Die Börse reagierte schlecht. Um 9.30 Uhr verlor die Aktie 7% und notierte bei rund 13 Franken. Den Höchstwert 2026 erreichte sie im Februar mit knapp 16 Franken. 2019 war der Titel 46 Franken wert. Das Unternehmen ist seit 2014 in Zürich kotiert.

Als Portal für Last-Minute-Angebote gegründet, ist die Gruppe heute einer der wichtigsten Anbieter von Ferienpaketen in Europa. Die Plattform bündelt Flüge, Hotels und weitere touristische Dienstleistungen über Marken wie Lastminute.com, Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan. 2025 lag der Umsatz bei 361 Millionen Euro, zum aktuellen Kurs 334 Millionen Franken.

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