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Welt Globales Klima

Die Schwelle von 1,5°C wird in den kommenden Jahren überschritten, warnt die UNO

Ein neuer UNEP-Bericht geht davon aus, dass die globale Erwärmung die im Pariser Abkommen festgelegte Schwelle von 1,5°C schon bald überschreiten wird, mit schwereren Folgen für Landwirtschaft, Wasserressourcen und Ökosysteme.

von Brenno 3. September 2026 3 Min. Lesezeit

Die weltweite Erwärmung wird die Schwelle von +1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau überschreiten – die ehrgeizigste im Pariser Abkommen festgelegte Grenze. Das geht aus einem neuen Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervor, wonach die Überschreitung bereits in den kommenden Jahren eintreten könnte.

Im günstigsten Szenario würde der Anstieg der globalen Temperatur bei +1,8°C liegen. Die meisten anderen Projektionen weisen auf höhere Werte hin. Die Folgen des Klimawandels werden schwerwiegender, häufiger und schwerer einzudämmen sein, mit Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserressourcen und Ökosysteme.

Laut Fachleuten ist es dennoch weiterhin möglich, Dauer und Ausmass der Überschreitung zu begrenzen und die Temperaturen so rasch wie möglich wieder unter die Schwelle von 1,5°C zu bringen.

Die drei Phasen des Berichts

Der Bericht mit dem Titel «Limiting Overshoot» schlägt einen Weg in drei Phasen vor: Überschreitung, Höchststand und anschliessende Reduktion. Dies gilt als die wirksamste Strategie, um die Folgen der Erwärmung einzudämmen und die Zeit oberhalb der Pariser Grenze zu verkürzen.

Dafür wären sofortige und dauerhafte Kürzungen der Treibhausgasemissionen nötig, ergänzt durch Massnahmen, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern – etwa Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie Aufforstung.

Der Klimatologe Luca Mercalli weist auf die Grenzen dieser Lösungen hin. Die CO2-Abscheidung, erklärt er, sei «estremamente complessa» («äusserst komplex»), und die verfügbaren Technologien befänden sich noch in einer frühen Forschungsphase: Es gebe bislang nur kleine Pilotanlagen, die durch den hohen Energiebedarf für ihren Betrieb begrenzt seien. Derzeit gebe es deshalb keine im grossen Massstab einsetzbare Technologie, um die dafür nötigen Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen.

Die Aufforstung, so Mercalli, «ha il vantaggio che funziona subito» («hat den Vorteil, dass sie sofort wirkt»), dank der Photosynthese. Sie sei aber keine Wunderlösung: Es brauche riesige Flächen, und auch die Bäume, «esseri viventi e non macchine, patiscono anche loro il riscaldamento globale» («Lebewesen und keine Maschinen, leiden auch sie unter der globalen Erwärmung»). Bei Hitzewellen und Trockenheit metabolisierten sie weniger CO2 und könnten sogar ganz aufhören. Die Waldbrände der vergangenen Jahre in Kanada und Europa zeigten zudem, wie anfällig Wälder gegenüber dem Klimawandel seien.

UNO-Generalsekretär António Guterres erklärte dazu: «Il caldo torrido, gli incendi devastanti e le inondazioni letali di quest'estate sono un avvertimento di ciò che ci attende» («Die sengende Hitze, die verheerenden Brände und die tödlichen Überschwemmungen dieses Sommers sind eine Warnung vor dem, was uns erwartet»). Guterres forderte die Regierungen auf, ihre Klimapolitik ambitionierter zu gestalten.

Mit den derzeitigen Politiken, warnt der Bericht, könnte die globale Erwärmung bis 2100 rund 2,6°C erreichen. Die Folgen wären häufigere extreme Wetterereignisse, das Abschmelzen der Gletscher und wachsende Risiken für Ökosysteme wie Korallenriffe. Offen bleibt, wer die Kosten der nötigen Anpassungen tragen wird und wie sich die am stärksten betroffenen Gemeinschaften und Bereiche – von der Landwirtschaft bis zur Wasserbewirtschaftung – schützen lassen.

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