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Die Post prüft den Abbau von bis zu 110 Stellen

Das Unternehmen will die internen Kosten in Verwaltung und Support senken, um den öffentlichen Dienst langfristig ohne Steuergelder zu finanzieren. Die Gewerkschaft transfair verlangt Garantien vor allfälligen Entlassungen.

von Brenno 7. September 2026 2 Min. Lesezeit

Die Schweizerische Post prüft den Abbau von bis zu 110 Stellen. Das Unternehmen teilte dies in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung mit. Erklärtes Ziel ist es, die internen Kosten zu senken, um den öffentlichen Postdienst langfristig zu finanzieren, ohne auf Steuergelder zurückzugreifen.

Der geplante Stellenabbau betrifft die Bereiche Verwaltung und interner Support. Ausgenommen bleiben die Dienstleistungen für die Kundschaft sowie das operative Personal, also jene, die Sendungen zustellen oder in den Filialen arbeiten.

Hinter dem Entscheid stehen veränderte Gewohnheiten der Bevölkerung. Die Menschen verschicken immer weniger Briefe und bevorzugen zunehmend Online-Zahlungen statt Zahlungen am Schalter. Laut der Post reicht das Wachstum in anderen Geschäftsbereichen nicht aus, um diesen Rückgang auszugleichen.

Die Strategie des Unternehmens stützt sich auf vier Pfeiler: verhältnismässige Tarifmassnahmen, interne Effizienz, gezieltes Wachstum im Kerngeschäft und eine Modernisierung der regulatorischen Rahmenbedingungen.

Konzernleiter Pascal Grieder begründete den Entscheid so: "Abbiamo la responsabilità di garantire che la Posta preservi la propria rilevanza, efficienza e autonomia finanziaria anche in futuro. Per questo intendiamo ridurre i costi interni laddove non hanno un impatto diretto sulla clientela, offrendo così il nostro contributo" (Wir haben die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Post auch künftig ihre Relevanz, Effizienz und finanzielle Autonomie bewahrt. Deshalb wollen wir die internen Kosten dort senken, wo sie keine direkten Auswirkungen auf die Kundschaft haben, und leisten damit unseren Beitrag).

Die Reaktion der Gewerkschaft

Es ist nicht das erste Mal, dass die Post bei den Führungs- und Supportfunktionen eingreift: Es ist bereits die zweite derartige Reduktion seit 2024.

Die Gewerkschaft transfair forderte das Unternehmen auf, vor allfälligen Entlassungen jede Alternative zu prüfen: berufliche Umschulung, interne Umplatzierung und den Erhalt des Arbeitsplatzes innerhalb des Post-Konzerns.

Der Fall wirft erneut eine Frage auf, die den Wandel des Postdienstes seit Jahren begleitet: wie sich die Selbstfinanzierung eines öffentlichen Dienstes sicherstellen lässt, ohne die Last des technologischen Wandels auf die Menschen abzuwälzen, die dort arbeiten. Die Post versichert, dass die Kürzungen niemanden treffen, der direkten Kundenkontakt hat. Für das Verwaltungs- und Supportpersonal bleibt jedoch die Aussicht auf einen Stellenabbau bestehen, in einer Branche, die bereits seit Jahren von Restrukturierungen geprägt ist.

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