Welt Geschichte und Erinnerung
Der Falkland-Malwinen-Krieg von 1982 und der bis heute ungelöste Streit
1982 kämpften Argentinien und Grossbritannien um die Kontrolle über einen kleinen Archipel im Südatlantik. Der Krieg endete mit der argentinischen Kapitulation, doch der Streit um die Souveränität dauert bis heute an.
Die Falklandinseln, von den Argentiniern Malwinen genannt, liegen im Südatlantik, rund 500 Kilometer vor der argentinischen Küste. Sie sind ein britisches Überseegebiet, doch Argentinien beansprucht die Souveränität darüber, seit es 1816 mit der Unabhängigkeit von Spanien die Kontrolle über den Archipel erbte.
Grossbritannien besetzte die Inseln 1833 mit einer Militäroperation und liess sich dort zunehmend fest nieder. Heute leben rund 3500 Menschen auf den Inseln, die meisten britischer Herkunft. Bei einem Referendum im Jahr 2013 sprach sich eine fast einstimmige Mehrheit der Bewohner dafür aus, unter britischer Souveränität zu bleiben.
1982 mündete der Streit in einen Krieg. In Argentinien regierte damals ein Militärregime unter Leopoldo Galtieri, das die Forderung nach den Inseln auch nutzte, um von der Wirtschaftskrise im Land und von den Protesten gegen die Diktatur abzulenken. In Grossbritannien war die konservative Premierministerin Margaret Thatcher an der Macht, die den Konflikt als Machtprobe anging und gestärkt daraus hervorging.
Am 19. März landete eine Gruppe argentinischer Soldaten in Zivil auf Südgeorgien und hisste die argentinische Flagge. Am 2. April fiel die argentinische Armee auf den Falkland-Malwinen-Inseln ein und eroberte rasch die Hauptstadt Stanley. Die UNO und die USA forderten Argentinien zum Rückzug auf, ohne Erfolg. Am 5. April reagierte Grossbritannien und schickte von der Basis Portsmouth aus zwei Flugzeugträger mit Kampfflugzeugen und Helikoptern, gefolgt von weiteren Schiffen, Flugzeugen und Tausenden Soldaten.
Der Konflikt und die Kapitulation
Der Krieg dauerte 74 Tage und forderte 650 Todesopfer unter den argentinischen und 255 unter den britischen Streitkräften. Die argentinische Armee, weniger gut ausgebildet und mit schwächerem Material ausgerüstet, erlitt die grösseren Verluste. Ende April übernahm Grossbritannien wieder die Kontrolle über Südgeorgien. Der Konflikt fand mitten im Kalten Krieg statt: Grossbritannien war ein wichtiger Verbündeter der USA, während Argentinien, obwohl wirtschaftlich stark von Washington abhängig, immer engere Beziehungen zur Sowjetunion pflegte. Die USA gaben ihre Neutralität am 30. April auf und verhängten Sanktionen gegen Argentinien; mehrere europäische Länder hatten den Verkauf von Waffen an das südamerikanische Land bereits zuvor verboten.
Ende Mai startete die britische Armee die Operation Sutton und zwang die argentinischen Truppen, sich aus der Region San Carlos zurückzuziehen. Der Krieg endete am 14. Juni 1982 mit dem britischen Sturm auf die Hauptstadt Stanley und der Kapitulation Argentiniens. In den folgenden Tagen verliessen die argentinischen Soldaten die Inseln und kehrten in ihre Heimat zurück.
Mehr als vierzig Jahre später ist der nationalistische Bezug zu den Inseln in Argentinien noch immer sehr stark. Der Anspruch auf die Souveränität findet sich weiterhin auf Banknoten, in der Verfassung sowie in argentinischen Filmen und Fernsehserien.
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