Kanton Wirtschaft
Tessiner Handelskammer fordert neues Weissbuch für den Kanton bis 2040
Die Tessiner Handelskammer bringt die Idee eines neuen Weissbuchs wieder ins Spiel, um eine Entwicklungsstrategie des Kantons bis 2040 festzulegen, mit Schwerpunkt auf einer Überprüfung der Staatsaufgaben und solideren öffentlichen Finanzen. Der Vorsteher des Finanz- und Wirtschaftsdepartements, Christian Vitta, anerkannte die Notwendigkeit einer langfristigen Vision, erinnerte aber an die Bedeutung kurzfristiger Antworten auf die Veränderungen der letzten Jahre.

An der Versammlung vom Freitagabend in Bellinzona hat die Tessiner Handelskammer für Handel, Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen (Cc-Ti) die Idee eines neuen Weissbuchs wieder aufgegriffen, eines Dokuments, das eine Entwicklungsstrategie des Kantons bis 2040 festlegen soll.
Kammerpräsident Andrea Gehri verwies auf das Vorgängerdokument "Ticino 2015", das 1998 veröffentlichte Weissbuch, das eine kantonale Wirtschaftsstrategie skizzierte. Laut Gehri braucht es heute einen neuen Pakt, der das Tessin moderner, schlanker und steuerlich wettbewerbsfähiger macht, um das zu überwinden, was er als zu gewöhnliche Verwaltung bezeichnete, "che evidentemente non soddisfa più nessuno" (die offensichtlich niemanden mehr zufriedenstelle).
Öffentliche Ausgaben im Fokus
Gehri forderte, der Staat solle prüfen, welches seine wesentlichen Aufgaben seien und wo sich sparen lasse. Der Cc-Ti-Präsident brachte das Thema in Verbindung mit den Forderungen der Bevölkerung nach mehr staatlicher Unterstützung, etwa bei den Krankenkassenprämien: Bevor neue Beiträge gesprochen würden, müsse seiner Ansicht nach geklärt werden, wo Einsparungen möglich seien.
Der Vorsteher des Finanz- und Wirtschaftsdepartements, Christian Vitta, anerkannte den Nutzen einer langfristigen Vision, erinnerte jedoch daran, dass Pandemie, Kriege und weitere grosse Veränderungen der letzten Jahre den Kanton gezwungen hätten, auch kurzfristigen Antworten Priorität zu geben.
Vitta verwies auf bereits erreichte Ergebnisse bei Innovation und Steuerpolitik, etwa den Parco dell'innovazione Ticino und die Senkung des Gewinnsteuersatzes von 9 auf 5,5 Prozent. "Quando si ottiene 100 si vuole 110, quando si ottiene 110 si vuole 120" (Wenn man 100 erreicht, will man 110, wenn man 110 erreicht, will man 120), bemerkte er und fügte an, man müsse auch erkennen, wann der Moment gekommen sei, das Erreichte zu konsolidieren.
Gehri bekräftigte, das Tessin brauche andere Strategien, um die Wirtschaft neu zu beleben und sich solide öffentliche Finanzen zu verschaffen. Der geforderte Wandel betreffe, wie er präzisierte, weniger die Personen als die Art, wie Probleme angegangen würden.
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