Welt Naher Osten
Israel warnt Beirut: Die Angriffe dürfen die Gespräche nicht abbrechen
Der israelische Botschafter in Washington warnt den Libanon davor, den Verhandlungstisch zu verlassen. Präsident Aoun spricht von einer klaren Botschaft.
Israel hat den Libanon davor gewarnt, die Friedensgespräche nach den Angriffen der israelischen Streitkräfte im Süden des Landes abzubrechen. Die Warnung kam vom israelischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter.
"Sollte Beirut diesen Vorfall als Vorwand nutzen, um die Friedensgespräche zu verzögern oder abzubrechen, überlässt es den Feinden des Friedens einen taktischen Sieg", erklärte Leiter. Dieselbe Linie vertrat der Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Doron Spielman, wonach die Angriffe gegen die Hisbollah "die Verhandlungen neu beleben und deutlich ernsthafter machen sollten".
Der libanesische Präsident Joseph Aoun beschrieb dieselben Vorgänge mit einer anderen Formulierung. Die Angriffe seien eine klare Botschaft zu den Verhandlungen, sagte er. Der Abstand zwischen beiden Lesarten betrifft den Kern der Auseinandersetzung: ob der Einsatz von Gewalt während einer Verhandlung diese stärkt oder beschädigt.
Fronten, die offen bleiben
Im Süden des Libanon führt die israelische Armee weiterhin Operationen gegen Stellungen durch, die der Hisbollah zugerechnet werden. An der Front in Gaza fuhr ein israelischer Panzer über einen von der Hamas platzierten Sprengsatz, und die Armee meldete, zwei Personen ausgeschaltet zu haben, welche die Gelbe Linie im Süden des Gazastreifens überschritten hatten.
Die Gelbe Linie ist die Abgrenzung, die in den Vereinbarungen zur laufenden Phase der Waffenruhe in Gaza festgelegt wurde. Jede Überschreitung wird von den Parteien als Verletzung der Abmachung beanstandet, und in den vergangenen Wochen haben sich solche Vorfälle in regelmässigen Abständen wiederholt.
Die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon betreffen vor allem den Verlauf der Landgrenze und die Bedingungen für den Rückzug aus besetzten Stellungen. Keine der beiden Seiten hat einen Abbruch der Verhandlungen angekündigt, ein Datum für das nächste Treffen wurde aber ebenso wenig mitgeteilt.
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