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Schweiz Schwimmen in der Schule

In der Schweiz fehlen Schwimmbäder für den Schulunterricht

Eine Studie zeigt, dass 13 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 15 Jahren nie einen Schwimmkurs in der Schule besucht haben, oft mangels Schwimmbädern. Fachleute und eine ehemalige Spitzensportlerin fordern eine bessere Nutzung der bestehenden Anlagen.

von Brenno 1. September 2026 3 Min. Lesezeit

Zu Beginn jedes Schuljahres stellt sich dasselbe Problem: In mehreren Regionen der Schweiz fehlen genügend Schwimmbäder für den Schwimmunterricht. Es geht dabei nicht nur um Sport oder Freizeit: Diese Anlagen dienen dazu, Kindern beizubringen, sich sicher im Wasser zu bewegen, in einem Land, das reich an Seen und Flüssen ist. Nicht schwimmen zu können, kann schwerwiegendere Folgen haben als andere Sportarten nicht zu beherrschen, denn im Wasser kann ein Fehler das Leben kosten.

Eine Ende 2024 veröffentlichte Studie zeigt, dass 13 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 15 Jahren während ihrer Schulzeit nie einen Schwimmkurs besucht haben. Eine der Ursachen ist der Mangel an verfügbaren Schwimmbädern für den Unterricht.

Familien, die es sich nicht leisten können

Die ehemalige Spitzenschwimmerin Swann Oberson, heute Sportlehrerin, prangert an, dass manche Schülerinnen und Schüler ein, zwei oder sogar drei Jahre in Folge ohne Schwimmunterricht bleiben. «Solange Kinder nicht in der Lage sind, sich in völliger Sicherheit im Wasser zurechtzufinden, heisst das, dass wir unsere Aufgabe verfehlt haben», erklärt sie.

Für Oberson verschärft sich das Problem mit der Zeit. Nicht alle Familien können sich private Kurse bei einem Sportverein leisten, und wer sich das nicht leisten kann, sieht seine Kinder Jahr für Jahr zurückbleiben. Im schlimmsten Fall, warnt die ehemalige Athletin, kann diese Lücke zu Unfällen oder Ertrinken führen.

Der Bau und Betrieb eines Schwimmbads erfordert erhebliche Investitionen. In Cossonay im Kanton Waadt kostete eine 2021 eingeweihte neue Anlage über 12 Millionen Franken. Grössere Projekte wie die Vaudoise Arena in Lausanne oder das künftige Wasserzentrum in Freiburg, das im nächsten Jahrzehnt entstehen soll, erfordern Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Franken. Für Oberson bleibt dies dennoch eine Dienstleistung an der Bevölkerung.

In einem System der direkten Demokratie hängen solche Investitionen auch vom Volksentscheid ab. Im vergangenen Juni lehnten die Stimmberechtigten des Bezirks Sense im Kanton Freiburg ein auf 16 Millionen Franken geschätztes Schwimmbadprojekt ab.

Für kleinere Gemeinden ist neben den Bau- und Betriebskosten auch der Transport ganzer Klassen zu den verfügbaren Schwimmbädern eine finanzielle Belastung. Politisch gilt es deshalb als wenig realistisch, eine gesetzliche Pflicht einzuführen, wenn schon klar ist, dass sie mangels Infrastruktur nicht überall eingehalten werden kann. Offen bleibt die Frage, wer den Zugang zu dieser Grundkompetenz für Kinder sicherstellen soll, deren Familien sie sich sonst nicht leisten können. Laut Oberson gilt es vorerst, die bestehenden Schwimmbäder effizienter zu nutzen.

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