Schweiz Zivilschutz
Grossübung des europäischen Zivilschutzes in der Romandie
Von Dienstag bis Freitag simulieren drei Kantone der Romandie ein schweres Erdbeben, um den Einsatz internationaler Hilfskräfte zu testen. Die Schweiz organisiert damit erstmals eine Übung im Rahmen des Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union.
Von Dienstag bis Freitag ist die Suisse romande Schauplatz von EU MODEX Switzerland 2026, einer Übung im Rahmen des Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union. Das Szenario sieht ein starkes Erdbeben vor, das die Kantone Waadt, Genf und Freiburg trifft und so grosse Schäden verursacht, dass der Einsatz ausländischer Teams notwendig wird.
Das Erdbeben ist fiktiv, doch die mobilisierten Rettungskräfte sind real. Rund 500 Personen nehmen teil, mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland. Die Einsätze finden an drei Orten statt: in Epeisses und Genf im Kanton Genf sowie in Payerne im Kanton Waadt. Ziel ist es, die Vorbereitung auf eine tatsächliche Katastrophe zu überprüfen.
Nicola Squillaci, Leiter des Zivilschutzes des Kantons Genf, erklärt, solche Übungen zeigten auf, was verbessert werden müsse, um im Fall einer echten Katastrophe bereit zu sein.
Teams aus sechs Ländern
An der Übung nehmen spezialisierte Teams aus Griechenland, Italien, Bulgarien, Armenien, Belgien und Kroatien teil, die mit den Schweizer Behörden zusammenarbeiten. Jedes Team wendet seine eigenen Einsatzverfahren an, die mit jenen der lokalen Behörden koordiniert werden müssen. Rebecca Dinkelbach, Leiterin der EU-Übung Modex, betont, die eigentliche Herausforderung bestehe darin, Teams aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten zu lassen: Eine solche Zusammenarbeit lasse sich in den jeweiligen Heimatländern nur bis zu einem gewissen Grad vorbereiten, weshalb gemeinsame Simulationen so wichtig seien.
Es ist das erste Mal, dass die Schweiz eine Übung dieser Art organisiert und durchführt. Dem Bund obliegt die Leitung des gesamten Prozesses: von der Einreise der ausländischen Teams in die Schweiz über ihre Verlegung in die betroffenen Gebiete bis zu ihrer Rückkehr in die Heimatländer. Die Übung dient zudem dazu, die Schweiz auf einen künftigen Beitritt zum europäischen Zivilschutzmechanismus vorzubereiten.
Anja Zbinden vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz hält fest, ein Einsatz dieser Grössenordnung könne nicht im Alleingang bewältigt werden. Deshalb sei es entscheidend, sich mit ausländischen Teams zu üben und ein Netzwerk an Kontakten aufzubauen. Die richtigen Personen und ihre Arbeitsweisen bereits zu kennen, könne im Fall einer echten Katastrophe den Unterschied ausmachen.
Der europäische Mechanismus war bereits im vergangenen Januar beim Brand von Crans-Montana aktiviert worden, als er half, mehrere Schwerbrandverletzte ins Ausland zu verlegen.
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