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Grenzgänger: Tessin legt leicht zu, bleibt aber unter dem Vorjahr

Im zweiten Quartal sind im Tessin 79'121 Grenzgänger tätig, 0,6% mehr als in den drei Monaten davor und 0,6% weniger als vor einem Jahr. Schweizweit nähert sich die Zahl 414'000.

von Redazione 6. August 2026 2 Min. Lesezeit

Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik zum zweiten Quartal 2026 zeigen zwei unterschiedliche Bewegungen. Die Zahl der Grenzgänger wächst in der Schweiz und bleibt im Tessin weitgehend unverändert.

Ende Juni waren im Tessin 79'121 Personen mit Grenzgängerbewilligung tätig. Gegenüber dem ersten Quartal beträgt das Wachstum 0,6%. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 ist der Saldo dagegen negativ, ebenfalls um 0,6%.

Gesamtschweizerisch sieht das Bild anders aus. In der ganzen Schweiz waren rund 414'000 Grenzgänger tätig, 1,3% mehr als ein Jahr zuvor. Der Vergleich über fünf Jahre zeigt die Grössenordnung: Im zweiten Quartal 2021 waren es etwa 350'000, was einem Wachstum von 18,3% über den Zeitraum entspricht.

Wer kommt und woher

Die Aufteilung nach Wohnsitzland bleibt stabil. 58,4% der Grenzgänger wohnen in Frankreich, 22,1% in Italien und 16,3% in Deutschland.

Die Jahresentwicklungen gehen auseinander. Die in Frankreich wohnhaften Grenzgänger nahmen um 2,7% zu. Die in Italien wohnhaften gingen um 1,1% zurück, die in Deutschland wohnhaften um 0,2%.

Das Tessin steht damit nicht allein. In der Zentralschweiz sank die Zahl der Bewilligungen G um 1% gegenüber dem Vorquartal und um 1,2% gegenüber dem Vorjahr. In Zürich betrug der Rückgang im Jahresvergleich 1,5%.

Das Gesamtwachstum konzentriert sich somit auf den Genferseebogen und die Kantone an der Grenze zu Frankreich, während die Regionen Richtung Italien und Deutschland stagnieren. Diese Unterscheidung lässt der gesamtschweizerische Wert allein nicht erkennen.

Für das Tessin bleibt die Zahl in relativer Betrachtung hoch. Der kantonale Arbeitsmarkt stützt sich auf Arbeitskräfte mit Wohnsitz jenseits der Grenze in einem Ausmass, das im Verhältnis zur eigenen Erwerbsbevölkerung keine andere Schweizer Region erreicht.

Die Stabilisierung der vergangenen zwölf Monate lässt mehrere Deutungen zu. Sie kann eine weniger lebhafte Nachfrage der Unternehmen widerspiegeln oder eine Verschiebung der Beschäftigung hin zu Ansässigen. Die Quartalsdaten des Bundesamtes für Statistik erlauben keine Unterscheidung zwischen den beiden Annahmen, und es braucht weitere Erhebungen, um zu klären, ob die Tessiner Kurve die Richtung tatsächlich gewechselt hat.

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