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Kanton Kulturpolitik

Ein dauerhaftes Ökosystem rund um das Film Festival Locarno

Eine überparteiliche Interpellation fordert den Stadtrat auf, das Locarno Film Festival zu einem dauerhaften Motor für Ausbildung, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung zu machen. Die Unterzeichnenden fragen, welche Projekte bestehen und wie sie finanziert werden könnten.

von Gottardo 3. August 2026 2 Min. Lesezeit Locarnese

Eine von dreizehn Gemeinderäten unterzeichnete Interpellation fordert den Stadtrat von Locarno auf, die Rolle des Locarno Film Festivals über die Festivalzeit hinaus zu stärken. Erstunterzeichnende sind Vanessa Singy von der FDP und der parteilose Filippo Beltrametti. Der Vorstoss wird von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien unterstützt.

Nach Ansicht der Interpellierenden ist das Festival ein wichtiges internationales Schaufenster für die Stadt und die Region. Rund um die Veranstaltung sind bereits Initiativen in den Bereichen Ausbildung und audiovisuelle Technologien entstanden. Zudem bestehen Kooperationen mit Institutionen und Organisationen wie der Supsi, der Usi, BaseCamp, Locarno Pro, Cisa und der Film Commission.

Die Interpellation stellt jedoch fest, dass während des ganzen Jahres ein stabiles Netzwerk fehlt. Nach Ansicht der Unterzeichnenden schränkt diese Lücke die Möglichkeit ein, dauerhaft wirtschaftliche Aktivitäten und Arbeitsplätze in den Bereichen audiovisuelle Medien, Kreativwirtschaft und Medientechnologien zu schaffen.

Der Vorschlag besteht darin, Locarno zu einem Schweizer Bezugspunkt für unabhängiges Kino zu machen. Zu den genannten Ideen gehören Coworking-Räume, Räume für Schnitt und Postproduktion, Studios für Podcasts und Videos, Einrichtungen für Dreharbeiten sowie Künstlerresidenzen. Ziel wäre es, auch ausserhalb der Festivalwochen Fachleute, Unternehmen und Investoren anzuziehen.

Das Projekt würde auf den bereits vorhandenen Infrastrukturen wie dem Palacinema, auf akademischen Kompetenzen und auf der internationalen Ausstrahlung des Festivals aufbauen. Die Unterzeichnenden verweisen zudem auf die Studie «Locarno Media City», die vom Zurich Centre for Creative Economies der Zurich University of the Arts erstellt wurde. Das Dokument schlägt ein Modell vor, das Stadtentwicklung, Forschung, Ausbildung und Tourismus miteinander verbindet.

Die Fragen an den Stadtrat

Die Interpellation fragt, ob die Stadt über eine formalisierte Strategie oder einen operativen Plan verfügt. Der Stadtrat soll zudem klären, welche Ergebnisse mit der Plattform «Locarno Media City» erzielt wurden und welche strukturierten Kooperationen mit den in den Bereichen audiovisuelle Medien, Digitales und Kreativwirtschaft tätigen Institutionen bestehen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Kosten und die Unterstützungsmöglichkeiten. Die Unterzeichnenden nennen die Neue Regionalpolitik des Bundes und die kantonalen Instrumente. Die Aufnahme des Projekts in die Kriterien der Regionalpolitik könnte den Zugang zu zinsgünstigen Darlehen ermöglichen.

Die Idee müsste die Unabhängigkeit des Festivals respektieren. Offen bleibt, welches Organisationsmodell die Entwicklung neuer Aktivitäten ermöglichen würde, ohne Strukturen zu schaffen, die für die öffentlichen Finanzen schwer tragbar wären. Die Anfrage an die Exekutive konzentriert sich deshalb auf die Umsetzbarkeit und die Finanzierung.

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