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Wirtschaft Rohstoffe

In den alten fossilen Anlagen steckt der Stahl für die Energiewende

Eine Empa-Studie rechnet vor, dass das Recycling stillgelegter Plattformen, Minen und Kraftwerke den gesamten Stahlbedarf der Energiewende und einen Drittel des Kupferbedarfs decken würde.

von Brenno 10. August 2026 2 Min. Lesezeit

Ölplattformen, Kohleminen und Kraftwerke, die ausser Betrieb gehen, enthalten enorme Mengen an Stahl und Kupfer. Nach Angaben der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt würde ihr Recycling den gesamten Stahlbedarf der Energiewende und rund einen Drittel des Kupferbedarfs decken. Die Recyclinganlagen weltweit hätten dafür schon heute genügend Kapazität.

Die in der Zeitschrift Nature Communications erschienene Studie geht von einer einfachen Feststellung aus: Mit dem Fortschreiten der Energiewende veralten die für fossile Energieträger gebauten Infrastrukturen. Die Forschungsgruppe der Empa wollte beziffern, welche Rohstoffe in diesen Anlagen gebunden bleiben und wie sie wieder in den Kreislauf gelangen können.

Die Arbeit gehört zum europäischen Projekt CircEUlar. Die Zürcher Fachleute untersuchten 22 verschiedene Materialien, die weltweit in Kohleminen, Öl- und Gasplattformen, Kraftwerken und Rohölleitungen vorkommen.

Die ökologische und die wirtschaftliche Rechnung

Das Recycling der Metalle lohne sich in beiderlei Hinsicht, halten die Forschenden fest. Es sei deutlich umweltschonender als die Primärgewinnung. Die Stahlproduktion erzeugt Schlacke und Kohlendioxid, Kupferminen produzieren giftige Abfälle; das Recycling benötigt vor allem elektrische Energie.

Die genannten Zahlen sind gross. Bis 2050 liessen sich zwischen 4000 und 11'000 Milliarden Dollar einsparen, zum aktuellen Kurs zwischen 3260 und 8970 Milliarden Franken, an Kosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden. Zudem liessen sich bis zu zwei Milliarden Tonnen CO2 vermeiden, ungefähr fünfzig Jahre Schweizer Emissionen.

Das Hindernis ist nach Ansicht der Autoren nicht technischer, sondern wirtschaftlicher Natur. Es fehlen die Anreize. Unternehmen in öffentlicher Hand können ein Interesse daran haben, die Kosten für die Allgemeinheit zu senken; für private Energiegesellschaften gilt das in den meisten Fällen nicht. Gezielte staatliche Anreize könnten hier Abhilfe schaffen, schreiben die Forschenden. Wer eine Anlage rückbaut, entscheidet heute allein darüber, ob das Metall in den Kreislauf zurückkehrt oder liegen bleibt.

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