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Schweiz Grenzen

Das neue Grenzsystem verlängert die Schlangen an den Flughäfen

Mit dem EES haben sich die Wartezeiten in Frankfurt und Amsterdam verdoppelt. Zürich und Genf verzeichnen Spitzen von ein bis zwei Stunden, und die Schweiz hat eine Verlängerung der Ausnahmen beantragt.

von Gottardo 11. August 2026 3 Min. Lesezeit

Das europäische Ein- und Ausreisesystem EES hat die Wartezeiten an den Flughäfen des Kontinents deutlich verlängert. Die Zahlen für Juli zeigen die praktischen Kosten einer Reform, die auf dem Papier die Kontrollen beschleunigen sollte.

In Frankfurt erreichte die durchschnittliche Wartezeit für Angehörige von Drittstaaten 120 Minuten, gegenüber 60 im selben Monat des Vorjahres. In München stieg sie von 31 auf 60 Minuten, in Amsterdam von 80 auf 120. In der Schweiz ist das Bild weniger dramatisch, aber nicht schmerzfrei: In Zürich werden Wartezeiten von ein bis zwei Stunden verzeichnet, wenn mehrere Flüge gleichzeitig landen, während es in Genf während der Ferien im Januar und Februar bis zu zweieinhalb Stunden waren.

Das System ist seit dem 10. April 2026 vollständig in Betrieb und erfasst Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen an den Schengen-Aussengrenzen elektronisch, anstelle des Passstempels. Die Registrierung umfasst Personendaten, ein Foto und Fingerabdrücke. Die Schweiz hat es im Oktober 2025 eingeführt.

Siebzig Sekunden pro Person

Die Zahl, die die Schlangen erklärt, ist die durchschnittliche Registrierungsdauer: rund 70 Sekunden pro Person. Bei einem Interkontinentalflug mit dreihundert dem Verfahren unterliegenden Passagieren beansprucht allein die Registrierung über fünf Arbeitsstunden an den Schaltern. Landen drei Flugzeuge in derselben halben Stunde, entsteht die Schlange unabhängig vom guten Willen des Personals.

Seit dem Start wurden rund 160 Millionen Registrierungen vorgenommen. Diese Zahl hat auch eine positive Seite: Ist das Dossier einmal angelegt, sollten spätere Grenzübertritte derselben Person schneller ablaufen. Der Engpass betrifft also die Anlaufphase, doch diese dauert seit Monaten, und niemand hat bisher gesagt, wann sie endet.

Unterdessen wird mit Ausnahmen regiert. Die Schweiz und acht EU-Mitgliedstaaten haben die Verlängerung der befristeten Erleichterungen beantragt, darunter die Aussetzung der Fingerabdruckerfassung in den Stosszeiten. Die Ausnahmen sollten im September auslaufen. Ein Sicherheitssystem, das zu den verkehrsstärksten Zeiten nur teilweise angewendet wird, wirft eine berechtigte Frage zum Verhältnis zwischen auferlegten Kosten und erzieltem Nutzen auf.

Die Fluggesellschaften haben sich zu Wort gemeldet. Ryanair kritisierte die Leistung des Systems offen, während British Airways Schwierigkeiten an einigen Flughäfen ohne wesentliche betriebliche Folgen meldete. Für die Airlines ist das Thema nicht theoretisch: Verpasste Anschlüsse und umgebuchte Passagiere verursachen Kosten, die am Ende auf dem Ticket landen.

Für Reisende aus der Schweiz ist die Wirkung indirekt, aber real. Viele Interkontinentalverbindungen führen über Frankfurt oder Amsterdam, und zwei Stunden Wartezeit an der Grenze machen jene kurzen Umsteigezeiten unbrauchbar, die diese Routen konkurrenzfähig machten.

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